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EXTREME - Six

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Artist EXTREME
Title Six
Homepage EXTREME
Label EAR MUSIC
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„More Than Words“ war 1991 die Ballade, mit der sich die Funk-Metaller von EXTREME unsterblich und bis heute radiotauglich gemacht haben. 1985 gegründet, erschien das selbstbetitelte Debüt 1989, ehe die Bostoner 1990 ihre größten Erfolge mit dem Nachfolger „Pornograffitti“ feierten. Auf dem Album, das sich mehr als 2,7-millionen Mal verkaufte, befand sich auch der Akustik-Softrocker „More Than Words“, den der Sänger Gary Cherone und der Gitarrist Nuno Bettencourt allein aufgenommen hatten; auf andere Instrumente, wie etwa das Schlagzeug, das seit 2008 Kevin Figueiredo spielt oder den Stahlsaiter, den Pat Badger zupft, wurde komplett verzichtet. 1995 hat sich die Band aufgelöst, kehrte in neuer Besetzung 2008 jedoch mit dem fünften Longplayer „Saudades de Rock“ zurück. Wirklich erfolgreich war das Quartett damit allerdings nicht und irgendwie verschwanden die alten Recken auch wieder in der Versenkung, aus der sie sich jetzt mit „Six“ eindrucksvoll zurückmelden.

Den Hardrock-Kracher „Rise“ hatten die Amis bereits als Single ausgekoppelt und so ordentlich Appetit auf die neue Langrille gemacht. Immerhin musste die Fangemeinde auch lange 15 Jahre auf einen neuen Gruß aus dem Studio warten. Um es vorweg zu nehmen: Das Warten hat sich gelohnt, denn EXTREME liefern mit ihrem jüngsten Baby einen wahren Ohrenschmaus ab. Mr. Bettencourt beweist nicht nur bei den ausufernden Soli des bereits erwähnten Openers seine Virtuosität am Sechssaiter, alle zwölf Songs strotzen nur so vor Spielfreude und unterstreichen, dass EXTREME viel mehr können als „More Than Words“. In diesem Sinne schließen sich auch die knackigen Tracks „#Rebel“ und „Banshee“ an, bevor bei den ruhigen Vertretern wie „Other Side of The Rainbow“ und „Small Town Beautiful“ insbesondere die Refrains im Ohr bleiben. Mit viel Druck treibt es „The Mask“ nach vorn, wem es hier nicht in den Beinen juckt, ist vermutlich im völlig falschen Genre unterwegs. „Thicker Than Blood“ übernimmt mit etwas härteren Geschützen und einen funkigen Topping, während „Save Me“ Hardrock modernen Schlages abliefert. Dank „Hurricane“ steht eine weitere Akustikballade auf dem Programm und auch das finale „Here’s To The Losers“ ist fürs Herz gedacht. Mit „X Out“ lässt es der Vierer noch mal abwechslungsreich krachen und dann haben wir ja auch noch „Beautiful Girls“ im Gepäck – eine Nummer, die ohne weiteres als sommerlicher Popsong erster Güte durchgeht.

EXTREME demonstrieren mit den vier Schmusesongs auf „Six“, dass sie neben mitreißendem Hardrock mit Funk-Einschlag auch ein gutes Gespür für mitunter melancholische Lieder haben. Wie zu ihren besten Zeiten ziehen sie alle musikalischen Register und dürften damit insbesondere die Fans erreichen, die wie sie selbst schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, aber die Lust an guter Mucke nicht verloren haben.

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