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EYEHATEGOD - Confederacy of ruined Lives (Re-Release)

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Artist EYEHATEGOD
Title Confederacy of ruined Lives (Re-Release)
Homepage EYEHATEGOD
Label PEACEVILLE
Leserbewertung
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Mal im Ernst: Gibt es jemanden, der 10 verschiedene EYEHATEGOD Songs auseinander halten und mit Songtitel benennen kann? Nach meinem Gustav sollte der sich schleunigst bei Tommy Gottschalk melden, da sind schon weniger originelle Kandidaten Wettkönig geworden. Hier vorliegend ist die (recht schmucklose) Neuauflage des 2000er Machwerkes „Confederacy of ruined Lives“, was nach heutigem Stand das letzte Lebenszeichen (besser: lebensverneinende Zeichen) von New Orleans Sickest ist. Für den unbeleckten Leser: EYEHATEGOD gelten als die Urväter fies monotonen Sludge Dooms. Was das bedeutet? Nun, das heißt, jeder (JEDER) Song ist auf lavaartigen BLACK SABBATH Riffs aufgebaut, die von ultrafiesen ultramonotonen Bellschrei Geräuschen („deranged vocals“ nach Presseinfo) des Sängers (…) sowie ganz gemächlichen Drumbeats begleitet werden. Dazu kommen in regelmäßigen Abständen mindestens gleichfiese Rückkoppelungsexzesse und ca. 8-12 Songs später ist ein EYEHATEGOD Album fertig.

Nun mag sich der aufmerksame Leser denken, da sind also ein paar Drogensüchtige, die in irgend einem schäbigen Proberaum in New Orleans unter Genuss unzähliger verbotener Substanzen quasi unhörbaren Müll aufnehmen, die mehr von ihren Instrumenten gespielt werden als umgekehrt und wo jeder Song eigentlich auch klingt wie sein Vorgänger und ich soll das durch den CD Kauf subventionieren? Jein. Ein paar Einschränkungen müssen doch gemacht werden. So ist es wohl nicht richtig, dass die Jungs ihre Instrumente nicht bedienen können, allein die Beteiligungen an den einschlägigen anderen New Orleans Szenebands – DOWN als aktuell Bekannteste seien hier stellvertretend genannt – weisen dies nach. Auch ist das, was hinten rauskommt nicht wirklich unhörbarer Müll. Immer wieder sind die Riffs durchaus genießbar und zu einem ganz kleinen Teil entwickeln sich daraus sogar passable Songs, auf diesem Album müssen dafür wohl „99 Miles of bad road“ sowie „Last Year (She wanted a doll house)“ herhalten. Dennoch bleibt natürlich das Fazit, dass es hier nicht um Musikgenuss im klassischen Sinne geht, dafür sind die kompositorischen Fähigkeiten einfach viel zu limitiert.

Ein Argument, die Band anzuchecken, gibt es aber dennoch: sie war (und ist) gemessen an ihren musikalischen Qualitäten unheimlich einflussreich. Aus der (scheinbaren) Antimusik wurde wie bereits erwähnt das Genre Sludge Doom. Ausschlaggebend dürfte die offen ausgelebte und stark ausgeprägte Negativität der Band gewesen sein, die sich völlig antikommerziell präsentierte in einer Zeit, als mit Rock- und Metalriffs und -songs plötzlich (und ja auch gerade in den US of A) ein richtig großer Dollar zu verdienen war. Dem stellten EYEHATEGOD eine konsequente und insofern auch sympathische Scheißegal-Haltung entgegen und wählten bewusst den absoluten Underground als Forum ihrer Musik. Damit fanden sie zahllose Nachahmer – bis heute und zwar auch mit Recht. Vor diesem Hintergrund lässt sich resümieren, dass EYEHATEGOD nicht durch die Kraft der Kompositionen verlocken, vielmehr bieten sie eher ein Gesamtkunstwerk, oder tiefer aufgehängt ein Statement gegen Rockmusik als Massenfabrikation.

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