Band Filter

FADERHEAD - FH1

VN:F [1.9.22_1171]
Artist FADERHEAD
Title FH1
Homepage FADERHEAD
Label ACCESSION RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
6.8/10 (9 Bewertungen)

Manchmal halten Promozettel die erstaunlichsten Thesen bereit: „Wenn alles immer nur hart ist, ist irgendwann nichts mehr hart!“ – Lasst das mal nicht die Pornoindustrie lesen. Doch wer ist eigentlich der FADERHEAD, der hier selbstbewusst aus dem Cover schaut? Gar nicht so einfach zu beantworten, denn mit Infos geben sich die Protagonisten bedeckt. Es handelt sich offensichtlich um Hamburger (2 Figuren sind im Booklet abgebildet), die in der norddeutschen Clubszene schon einen gewissen Status besitzen. Nun sind sie „Top Priority“ bei Accession und versuchen dem mit einem abwechslungsreichen Electroalbum gerecht zu werden.

Gar nicht so einfach, die Genreschublade zu finden, vielleicht lassen wir den Schreibtisch einfach mal unangetastet. Zwar wird hier der Electro nicht neu erfunden, dennoch gelingen dem Eraser äh Faderhead einige abwechslungsreiche Kompositionen, die gekonnt mit verschiedenen Electrospielarten jonglieren. Mit dem bereits vom „Advanced Electronics 3 Sampler“ bekannten „The Protagonist“ geht es vielversprechend clubbig los, bevor „The Beat has started“ richtig schön 80er-mässig mit entsprechendem Gefiepe durch die Gegend holzt, wäre glatt was für unser Festival gewesen. „Naughty H“ vermischt dann auf gelungene Weise verzerrte Vocals, einen gesungenen Refrain und altbekannte Trance Effekte. Der ebenfalls für die Tanzfläche prädestinierte Song „O/H Scavenger“ kann dann weitestgehend dem Future Pop zugeordnet werden, bevor mit „Mattaku“ der experimentellste Track dieser VÖ um die Ecke schaut. Der Text eines gewissen Myoonji Sadamune (offensichtlich Asiate…) wird typisch martialisch auf simple Beats gelegt. Hört sich an wie die Schlachtrufe eines Sumoringers und ist sicher auch als Soundtrack für den nächsten Kitano-Film geeignet. Mit „Melt into your Eyes“ folgt noch eine 80er-Komposition, doch das darauffolgende „Hey Girl“ schießt mit einem genialen Refrain den berühmt-berüchtigten Vogel ab. Zum Schluss befindet sich nach der obligatorischen Pause auch noch ein ruhiger Hidden Track auf der Scheibe, der das Ganze sauber ausklingen lässt.

Der FADERHEAD hat die Gesetzmäßigkeiten der Electro Branche offensichtlich perfekt analysiert, anstelle sich auf eine Schiene festnageln zu lassen, mixt er wie selbstverständlich klassische Verspieltheit mit treibendem Trance und moderner Lässigkeit. Manches kommt einem bekannt vor, aber das allermeiste funktioniert szeneübergreifend blendend! Live soll dann alles von Hand eingespielt werden.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

FADERHEAD - Weitere Rezensionen

Mehr zu FADERHEAD