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FADING COLOURS - Come

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Artist FADING COLOURS
Title Come
Homepage FADING COLOURS
Label BIG BLUE RECORDS
Leserbewertung
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Denkt man an Dark Wave, gilt der erste Gedanke nicht unbedingt unseren Nachbarn im Osten, aber in Polen gibt es seit nunmehr 23 Jahren ein Band, die in diesem Genre aktiv ist. Anfangs firmierte man noch unter dem Namen BRUNO THE QUESTIONABLE, Mitte der Neunziger wurde daraus FADING COLOURS. Fünf Silberlinge sind in der Zwischenzeit erschienen und nun kommen die Sängerin De Coy und ihre beiden männlichen Mitstreiter an den Tasten, Reglern und Rechnern, Leszek Rakowski sowie Daniel Kleczynski, mit einer neuen Doppel-CD in die bundesdeutschen Plattenläden.

Immerhin präsentieren sich FADING COLOURS nach einer längeren Studioabstinenz ihren alten und möglicherweise auch neuen Fans mit „Come“ in Spielfilmlänge. Der Opener der ersten Langrille „I Had To Come“ mit dem Titel „Thorn“ lässt sich auch ganz ordentlich an und gefällt mit allerhand elektronischen Versatzstücken im dezent-unterkühlten Midtempo, wobei Gesang im Grunde nicht stattfindet. Der Computer liefert ein paar Wortfetzen, die nach menschlicher Sprache klingen und das war’s auch schon. Wenn ich ehrlich bin, sagt mir das auch mehr zu als das teilweise doch sehr knödelige Geschraube von Katarzyna Ziemek aka De Coy. Beim reserviert-coolen Titeltrack hält sich die Dame noch zurück, so wie jedoch beim folgenden „Be An Ange Again“ das Tempo anzieht, geht die Stimme mit in die Höhe. Schade um den treibenden Sound, dabei zeigen die Sprechgesang-Passagen, die besonders bei „Fade Away“ ausgeprägt sind, dass es auch anders ginge. „Distingmipropa“ beschränkt sich einmal mehr auf Lautmalereien, leider ist auch der Sound arg minimalistisch ausgefallen, da kann schon mal ein bisschen Langeweile aufkommen, wenn man nicht gerade auf einem psychotischen Drogentrip ist. Daran krankt „Come“ dummerweise an der ein oder anderen Stelle: gute Ansätze werden nicht konsequent fortgesetzt und die Musik tritt im wahrsten Sinne des Wortes auf der Stelle. „Seems Strange“ bringt da noch erfreuliche Dark-Wave-Spielereien mit und „Teutonic Girl“ gibt sogar mal richtig Gas! Der Track könnte in jedem verschwitzten Techno-Schuppen zu Hause sein und lässt seine elektronischen Muskeln spielen. Damit hat der erste Silberling jedoch auch mehr oder weniger sein Pulver verschossen, weshalb „Time of Returning“ auf den Plan tritt.

CD 2 hält weitere sechs Outputs des Trios bereit, das mit „Eager Horse“ noch einmal dancefloorkompatibel durchstartet. Die dunkle Note tritt zugunsten elektronischer Frickeleien in den Hintergrund, was sich durchaus hören lassen kann. Überhaupt machen FADING COLOURS im letzten Drittel ihrer insgesamt 18 Nummern über alles gesehen mehr Tempo, was „My Lips Flourish With Fire“, „Sirensong“ und „Drop That Mask“ eindeutig zugute kommt. Wenn die bpm anziehen, ist auch der Sopran ok, dem beim finalen „SaLIEva“ ein noch Didgeridoo zur Seite gestellt wird.

Es wäre wohl besser gewesen, wenn FADING COLOURS sich einfach ein bisschen kürzer gefasst hätten. Hier und da hat „Come“ Längen, die über eine Spielzeit von rund 90 Minuten doch deutlich zum Tragen kommen. Ein Song wie der Titeltrack des zweiten Tonträgers passt bestens als Hintergrundbeschallung in eine angesagte Bar auch außerhalb der schwarzen Szene, aber nach einer Weile wünscht man sich einfach mehr Drive, der bei den Polen gewisse technoide Züge zeigt.

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