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FAIR TO MIDLAND - Arrows & Anchors

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Artist FAIR TO MIDLAND
Title Arrows & Anchors
Homepage FAIR TO MIDLAND
Label SEASON OF MIST
Leserbewertung
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6.5/10 (17 Bewertungen)

Nun ist es also fertig, das mit Spannung erwartete vierte Album der texanischen FAIR TO MIDLAND. Nachdem das letzte Werk „Fables From A Mayfly“ (2007, der erste Dreher nach der profitablen Entdeckung durch einen gewissen Serj Tankian) noch zu einem Großteil aus Material bestand, was man bereits vom Vorgänger „Inter.Funda.Stifle“ kannte, und welches lediglich einer professionellen Frischzellenkur unterzogen wurde, war die Neugier naturgemäß groß, welche Auswirkungen der geschäftliche Aufschwung auf die Herren um Chef-Weirdo Darroh Sudderth haben würde.

Letzterer kündigte bereits im Vorfeld „the heaviest non-metal album in 2011“ an, und so wie der Opener „Whiskey And Ritalin“ aus den Boxen hämmert, wird diese These zunächst eindrucksvoll untermauert. Sogleich wird bewiesen, dass FAIR TO MIDLAND anscheinend irgendwie alles richtig machen. Der Song strotzt förmlich vor Energie, steckt voller unerwarteter Breaks und ist angenehm durchgeknallt, wie man es von den Amis gewöhnt ist. Man hat sich also ganz offenkundig in keinster Weise verbiegen lassen. Dieser Eindruck bestätigt sich immer mehr mit fortschreitender Spieldauer des Albums. Nach wie vor lebt die Musik von ihren Kontrasten, die sich in dem ständigen Wechsel von gnadenlos geilen Melodien und bösem Psycho-Gesang, der so manchem Death Metaller die Schamesröte ins Gesicht treiben würde, manifestiert. Quasi im selben Atemzug wird einem ein Groove entgegen geschleudert, der so sehr in die Hüfte geht, dass selbst im Sitzen das Sofa wackelt. „A Loophole In Limbo“ beispielsweise müsste jede einschlägige Tanzfläche zum Kochen bringen. Verknüpft wird das wilde Gebräu mit pumpenden Gitarrenriffs fernab jeglicher Standards, obwohl bei genauem Hinhören vielfach genau solche verwendet werden. Und so ganz nebenbei blitzt zu allem Überfluss auch immer wieder die Klasse der einzelnen Musiker durch (z. B. in „Musical Chairs“, was für ein Bass…!!).

Eigentlich ist also alles gleich geblieben bei FAIR TO MIDLAND, nur wirkt das Ganze anno 2011 noch kompakter und ambitionierter als bisher, dadurch aber keineswegs seichter oder gar glatt gebügelt. Vielmehr wird hier die ganz hohe Songwriting-Schule praktiziert. Mit ihrer Verknüpfung von zuckersüßem Art Rock und Nackenbrecher-Riffs („Rikki Tikki Tavi“) sind die Texaner in ihrer Konsequenz einzigartig. Roots Music meets Death Metal. Das kann sonst keiner in dieser Form. Grandios. Volle Punktzahl von meiner Seite.

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