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FALCONER - The Sceptre of Deception

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Artist FALCONER
Title The Sceptre of Deception
Homepage FALCONER
Label METAL BLADE
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Der Mann hat vielleicht viel zu erzählen! Kristoffer Göbel, neuer Sänger bei FALCONER, muss hart schuften, denn die Texte für „The Sceptre of Deception“ füllen locker so viele Seiten wie die ledergebundenen Bände der mittelalterlichen Bibliothek, aus der sie ihre Inspiration beziehen. Es geht um Krönungsmessen, Schwerter, das schwere Poltern der Pferdehufe – und für die Band um den endgültigen Durchbruch.

Auferstanden aus Ruinen – das trifft auf FALCONER gleich in zweifacher Hinsicht zu: Zum einen handelt es sich bei der Gruppe um den Nachfolger von MITHOTYN, die sich 1999 auflösten, nur um sich in beinahe identischer Besetzung unter einem anderen Namen neu zu formieren. Und des weiteren wird, wie bereits angedeutet, textlich und musikalisch die Zeit der Burgen und Jungfrauen heraufbeschworen. Die Kombination aus Metal und Minnesang ist dabei immer eine delikate Angelegenheit: Zuviel Folklore macht aus dem Projekt ein Kasperletheater, zuviel Stahl erdrückt den brüchigen Geist der Vergangenheit. Die Jungs um Mastermind Stefan Weinerhall haben zwar zu recht im Vorfeld zu Protokoll gegeben, ihr bislang härtestes Werk eingespielt zu haben, finden sich dabei aber dennoch ziemlich genau in der Mitte zwischen den Extremen wieder – und die ist leider nicht immer so golden wie die Schatztruhe König Arthurs. So funktionieren der achtminütige Titelsong und das knackige „Pledge for Freedom“ ganz wunderbar, schon allein deswegen, weil die Instrumentalfraktion hier über weite Strecken das Sagen hat und sich nicht hinter dem weit nach vorne gemischten Gesang zu verstecken braucht. Anderswo mangelt es aber an Druck oder schlicht an den Kompositionen, die nie schlecht, aber nur selten wirklich stark sind. Weinerhall hat nach eigenen Angaben alles bis ins Detail durchgeplant und so darf man davon ausgehen, dass er bewusst auf beeindruckenden Harmoniegesang, Chorpassagen, gedoppelte Gitarrenduelle und die Verwendung antiker Instrumente verzichtet hat. Man kann ihn auch nicht für das kritisieren, was hier nicht vorhanden ist, doch reicht das Gebotene irgendwie nicht aus.

Mit ihrem neuen Sänger wollen FALCONER nun endlich auf Tour gehen, was ihnen bisher verweigert blieb. Ob sie mit „The Sceptre of Deception“ die Hallen füllen werden, darf aber bezweifelt werden. Dies ist kein Reinfall, doch die Band hat sich etwas zuviel damit beschäftigt, was sie erzählen wollte und etwas zu wenig damit, ob es auch hörenswert ist.

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