Band Filter

FAR - At Night We Live

VN:F [1.9.22_1171]
Artist FAR
Title At Night We Live
Homepage FAR
Label ARCTIC RODEO RECORDINGS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Satte zwölf Jahre herrschte Funkstille bei den Indie-Post-irgendwas-Rockern FAR. Die vier Bandmitglieder Shaun Lopez (Gitarre), Jonah Matranga (Vocals), Chris Robyn (Drums) und John Gutenberger (Bass) kümmerten sich stattdessen um diverse Soloprojekte, um schließlich nach ein paar guten Gesprächen in Lopez’ Garten und einigen rotzigen Proben FAR wieder zum Leben zu erwecken. Wobei eigentlich nur ein paar Konzerte und Festivalauftritte geplant waren, wofür der Name HOT LITTLE PONY für die Geheimgigs ersonnen und ein Cover des GENUWINE R&B-Klassikers „Pony“ für die gefakte Myspace-Seite zusammengezimmert wurde. Der Rest ist Geschichte und der Grundstein für das fünfte FAR-Album „At Night We Live“.

Und die Jungs starten mit ihrem Opener „Deafening“ auch gleich kompromisslos durch. Selten hat die Kapelle es mit solchen Monster-Riffs derart krachen lassen, während bei „If You Cared Enough“ ein Hauch U2 den Sound durchweht und es mit „When I Could See“ düster weitergeht. „Give Me A Reason“ hüpft und schaukelt stattdessen ebenso sanft wie brutal hin und her und ist eine textliche Huldigung an ROBERT PLANTs „In The Mood“, ehe es bei „Dear Enemy“ mit PANTERA-ähnlichen Gitarrenhooks in die Vollen geht. Für den Scream-a-long-Gesang von „Fight Song # 16,233,241“ haben unzählige Fans auf der ganzen Welt ihre Gesangslinien via Internet geschickt und so für den Old-School-Punk-Habitus der Nummer gesorgt. Deutlich ruhiger präsentiert sich der Titelsong „At Night We Live“, mit dem Jonah Matranga an den DEFTONES-Bassisten Chi Ling Dai Ceng erinnert, der seit einem Autounfall Ende 2008 im Koma liegt und mit dessen Band FAR seit Ewigkeiten freundschaftlich verbunden sind. „Burns“ gibt – wie der Name schon verheißt – wieder Gas und auch „Better Surrender“ versteht es mit rhythmischem Drive zu fesseln. „Are You Sure?“ ist eine B-Seite von Matragas letztem Solo-Longplayer, passt mit seinem treibenden Style jedoch bestens ins Bild, das vom finalen „The Ghost That Kept On Haunting“ abgerundet wird. Mit seinem apokalyptischen Ausbruch ist es Jonahs Lieblingslied, in dem er einen Mix aus NIN und BAND OF HORSES sieht. Nicht ganz von der Hand zu weisen und zweifelsohne ein gelungener Schlusspunkt der Langrille.

FAR zeigen nach über einer Dekade Pause keine Anlaufschwierigkeiten und haben sich mit „At Night We Live“ eindrucksvoll zurückgemeldet. Der Silberling zeigt sich abwechslungsreich, stets sehr druckvoll und absolut hörenswert! Wie üblich bei Arctic Rodeo Recordings, erscheint die Platte nicht nur als CD, sondern auch als LP & CD in limitierter Auflage.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu FAR