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FAUN - Luna (Deluxe Edition)

Artist FAUN
Title Luna (Deluxe Edition)
Homepage FAUN
Label UNIVERSAL
Leserbewertung

FAUN bestehen ja schon eine ganze Zeitlang und haben seit 2002 sieben Alben veröffentlicht. Dennoch werden sie erst in letzter Zeit erheblich gehypet, weil wohl ihr Label der Meinung ist, mit dem aufkeimenden Interesse an romantisch-mittelalterlich-folkloristisch-mystischer Musik FAUN ausschlachten zu können. Das ist ein wenig schade, wirft es doch ein falsches Bild auf FAUN, die keineswegs substanzloser Hype à la z.B. Oonagh sind. Nein, FAUN haben sich über die Jahre verdientermaßen ihren Platz in der Szene erspielt, durch ehrliche und schöne Musik, nicht durch Werbung einer großen Plattenfirma.

Nun liegt mit „Luna“ das aktuelle Album der Band vor, welches auch in einer schicken Deluxe Edition erhältlich ist, die neben drei Bonustracks auch noch ein tolles Booklet enthält und zudem als Digipack im Schuber daherkommt. Der Käufer bekommt also für sein Geld richtig was geboten und optisch gelungen ist das Teil auch noch. Die IN EXTREMO-Fans will man gleich auch noch ins Boot holen, denn Micha Rhein gibt sich die Ehre und ist als Gastsänger beim Song „Buntes Volk“ zu hören. Sein raues Organ fügt sich gut in den Gesamtsound der Band ein und das Zusammenspiel mit den FAUN-Vokalisten funktioniert perfekt. Der Song an sich ist allerdings trotz lyrischer InEx-Anspielung nicht herausragend, wenngleich gutklassig.

FAUN machen auf „Luna“ das, was sie immer mach(t)en – und das ist vorrangig entspannt klingende mittelalterliche Musik mit folkloristischen Elementen, keltischen Momenten, die neben dreistimmigem Gesang eine Vielzahl unterschiedlichster Instrumente zu bieten hat, wie z.B. Drehleier, Dudelsack, Laute, Harfe, Whistles, Bouzouki, Nyckelharpa, Cister, Seljefloit, Dombra, Rebap, Riq, Darabukka, Hackbrett, Bendir, u.a…. Beindruckend! FAUN kann man in erster Linie genießen. Bevorzugt bei einem Glas Beerenwein und Kerzenschein nach einem nervenden Arbeitstag. Der Grundtenor ist also ein ruhiger, verträumter, der manchmal ein wenig am Kitsch langschrabt, aber immer die Kurve bekommt. Das ist vielleicht auch ein kleines Manko in der wunderschönen Musik der Band, man wünscht sich gelegentlich mehr Power, so wie beim genialen „Walpurgisnacht“.

Das ist aber Nörgeln auf hohem Niveau. Gerade live auf einem Mittelaltermarkt ist die Atmosphäre, welche die Band versprüht, sicherlich unbeschreiblich intensiv. „Luna“ ist also ein tolles Werk geworden, das nur eine kleine Spur zu ruhig geworden ist. Kann man als Fan derartiger Musik also bedenkenlos kaufen!

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