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FAUN - Von den Elben

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Artist FAUN
Title Von den Elben
Homepage FAUN
Label UNIVERSAL
Leserbewertung
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5.0/10 (50 Bewertungen)

Die Pagan-Musiker von FAUN haben sich mit ihrem neuesten Album auch ein neues Soundgewand zugelegt. Und mal ehrlich, ich verstehe nicht den Aufschrei in der Fangemeinde, als vor einigen Wochen bekannt wurde, dass FAUN jetzt bei einem großen Label unter Vertrag genommen worden sind. Die großangelegte Debatte wurde schließlich nur von einigen Neidern hervorgerufen, die der Meinung sind, FAUN würden jetzt viel poplastiger werden und sie würden ihre Ideale verkaufen. Nur weil sie einen Auftritt bei Carmen Nebel hatten. Ich halte diese Debatte für Blödsinn. Welcher Musiker wünscht sich denn nicht, mehr Einheiten zu verkaufen? Die Anhänger, die sich jetzt von FAUN abkehren, sind für die sechs Musiker Oliver S.Tyr, Fiona, Niel, Stephan, Rüdiger und Katja zu verkraften. Es waren dann eh die falschen Fans. Um noch etwas erfolgreicher zu werden, müssen nicht die Ideale verkauft werden. Schon gar nicht bei FAUN, die völlig transparent immer damit argumentiert haben, auch zukünftig Acoustic-Touren zu machen und bei ihren Wurzeln zu bleiben, auch wenn sie mit dem aktuellen Album versuchen (sollten), die Radio-Charts zu stürmen. Musikalisch wäre dies möglich. Hilfe haben sie von dem Produzententeam von Valicon (SILBERMOND, SILLY, EISBLUME…). Ich wünsche viel Erfolg.

Der Opener „Mit dem Wind“ klingt wie beschwingter Mittelalter-Pop mit kräftigem Sound und hohem Potential zum Mitsingen und Tanzen. Leise Töne sind nicht angesagt. Passt auf jede Mittelalterbühne oder jeden Mittelaltermarkt genauso wie ins Radio. Voller keltischer Folklore tönt „Diese kalte Nacht“ mit demselben tanzbaren Rhythmus, der den Gliedmaßen keinen Einhalt gebietet. Auf in die Highlands. Erst mit „Von den Elben“ wird es sanfter, ganz im alten Stile, ein Song zum Zurücklehnen und Träumen, dominiert von Harfe und Flöte. In die Schenke des Mittelalters geht es mit dem programmatisch betitelten „Tanz mit mir“, das im Duett mit SANTIANO eingespielt wurde. „Schrei es in die Winde“ ist die gecoverte Fassung des Songs „Omnos“ von ELUVEITIE. Es beginnt sanft und Avalon scheint nicht fern, bis sich die Melodie mit schnellen Takten fortsetzt und ein temporeicher Song daraus wird, dessen Refrain zum Mitsingen herausfordert. Untermalt wird der Titel mit einem ständigen Rauschen des Windes. Der Choral leitet „Wilde Rose“ ein. Doch schon bald setzen die Instrumente nach. Ein ständiger Wechsel zwischen (fast) Sologesang und Vollinstrumentarium sorgt für stetige Abwechslung. Die Flöte leitet das Tanzlied „Wenn wir uns wiedersehen“ ein. Beschwingt, aber auch mit langen epischen Sequenzen anschließend „Bring mich nach Haus“. Mit „Andro II“ geht es dann mit Kehlkopfgesang in die Tiefen der Folklore, bis der durch Dudelsack, Drehleier und Trommel angestimmte Rhythmus die Glieder schlackern lässt. Düster wie der Gang zum Schafott startet dann „Minne 2013“, das im Duett mit SVBWAY TO SALLY eingespielt wurde. „Thymian & Rosmarin“ ist ein melodisches Duett zum leichten Mitschwingen. Leichte Töne werden immer wieder von kräftigen abgelöst. Genauso beschwingt wird das Album mit „Warte auf mich“ beschlossen.

Alles in allem ein klasse Album der „neuen“, anderen FAUN, die ihre Wurzeln im Pagan nicht vergessen haben und dies in jedem Song, auch wenn er noch so poppig klingt, spüren lassen. Ein Werk voller Liebeslieder, bei dem nahezu jeder Titel an irgendeinen Film erinnert. Anders, als jemals zuvor. Definitiv aber nicht schlechter.

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