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FAUST AGAIN - Seiging our Souls

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Artist FAUST AGAIN
Title Seiging our Souls
Homepage FAUST AGAIN
Label CIRCULATION RECORDS/ TWILIGHT
Leserbewertung
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Nicht schon wieder Faust! Zum Glück halten diese 5 Polen nicht Wort und gibt es weder existenzialistische Abhandlungen, noch Lektionen in Literatur, obwohl die zu jedem Song im Booklet aufgeführten Erklärungen durchaus etwas belehrendes haben.

Stattdessen geht es ohne Umwege und Erklärungen direkt los und wer sich in Erwartung des obligatorischen sphärischen Intros noch schnell eine Tasse Kamillentee eingießen möchte, hat die Brühe dann vor Schreck schnell mal auf der Hose. Perfekten Metal gibt es hier, der weniger dreckig als vielmehr fett daherkommt, sich im Gewande des Death präsentiert, doch seine Inspiration aus einer gänzlich unerwarteten Ecke bezieht. Man rätselt deshalb eine gute Weile, doch spätestens bei dem mit Bongorhythmen unterlegten „In the land of dreams“ erkennt man die Vorlage für die vielen großartigen Riffs, nämlich SEPULTURA aus ihrer „Chaos a.D.“-Phase. Nicht die schlechteste Referenz und vor allem deswegen erfreulich, weil dem Original genau diese Riffs zur Zeit so schwer fallen und sich FAUST AGAIN nicht auf reines Epigonentum beschränken, sondern stets die eigene Sinnsuche betreiben. Alle 6 Songs auf „Seiging our souls“ sind von extrem hoher Qualität und das liegt zu einem bedeutenden Teil an dem Gitarrengespann Olek und Wojtek, die perfekt aufeinander eingespielt sind und die Stücke ununterbrochen nach vorne prügeln. Auch die Texte von shouter Marcin fallen mit ihrem kritischen, doch niemals nihilistischen Ton und einer ungewöhnlich positiven Botschaft auf: „This must be more than a stupid pride/This must bring us closer to the God!“ Das ist noch kein Goethe, aber erfrischend anders als die unzähligen Weltuntergangsprophezeiungen.

Die bereits genannten Song-Erklärungen deuten auf Unsicherheit und die Angst vor dem Falsch-verstanden werden hin, dass die Band das tolle Instrumental zum Schluss zum „Outro“ degradiert, auf falsche Bescheidenheit. Die können sie gleich ablegen. „Seiging our souls“ ist kein Hilferuf, sondern ein starkes, optimistisches Statement und ein beeindruckendes Debüt.

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