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FAUST AGAIN - The Trial

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Artist FAUST AGAIN
Title The Trial
Homepage FAUST AGAIN
Label BASTARDIZED RECORDINGS
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Seit der Gründung 1999 arbeiten die fünf Polen von FAUST AGAIN daran, über die Grenzen ihres Heimatlandes hinweg einen gewissen Bekanntschaftsgrad zu erlangen. Den ersten kleinen Schritt machte man 2003 mit der Veröffentlichung des Erstlingswerkes „Seizing our Souls“. Ein größerer Hype kam mit der Veröffentlichung des zweiten Albums „Hope against Hope“, das 2006 das Licht der Welt erblickte. Seitdem bespielte man die größeren Bühnen Europas, wie zum Beispiel das Pressure Festival oder auch das Burning Season in Österreich und das Fluff Fest in Tschechien. Dieses Jahr wird nun „The Trial“ auf die Menschheit losgelassen.

Man beginnt mit einer instrumentalen Nummer namens „The Ninth Gate“, die im Midtempo eher schleppend voran kommt. Es ist sofort klar, dass man wieder in Richtung progressiver Metalcore tendiert und zeigt, dass man in den stolzen zehn Jahren Bandgeschichte einiges dazu gelernt hat. Auch die gesanglichen Fähigkeiten sind beachtlich, wie man in „The Fountain“ zu hören bekommt. Ist der Anfang noch geflüstert, nimmt Marcin Pyszora, seines Zeichens Vokalist der Fünfer Kombo, Fahrt auf und brüllt seine wütenden Shouts ins Mic, als hätte er nie etwas anderes getan. Auch die Gitarristen geben Vollgas, das Tempo bleibt dementsprechend konstant im oberen Bereich. Man reißt den Gashahn zum Ende des Songs noch ein wenig mehr auf, tritt aber relativ zügig wieder auf die Bremse und lässt die Power Riffs zu gezupften Melodien werden. Generell ist ein Großteil der acht Songs auf „The Trial“ nach eben diesem Schema aufgebaut, was durchaus nichts schlechtes ist. Man macht in den meisten Songs richtig Tempo, schimpft sich mit wütenden Shouts und tiefen Growls durch das Liedgut, lässt die Stimme allerdings auch mal auf eine ruhige/ cleane Ebene runter gehen und somit auch Melodien im Gitarrenbereich einfließen, wie zum Beispiel in dem Track „One Minute Dream“. Hier beginnt man zwar eher ruhig mit einem Basslauf als Intro, ergänzt diesen aber relativ schnell durch Double Bass Attacken vom Allerfeinsten. Das sowohl faszinierende als auch sehr gut funktionierende Wechselspiel aus ruhigen und temporeichen Passagen lässt jeden Fan im siebten Metalcore Himmel schweben. Man geht voll auf die zwölf und mäht alles nieder, was einem im Weg steht. Im Refrain lässt Marcin wieder von seinen typischen Growls ab und begibt sich erneut auf die Shout Ebene, im Austausch mit clean gesungenen Vocals.
In den eher langsamen Tracks ist es leider so, dass die Gitarren nur schleppend eingesetzt werden, was man beispielsweise beim letzten Titel, passend „The End“ genannt, bemerkt. Bei einer Spielzeit von über sieben Minuten, wirkt der Song durch das Midtempo Riffing noch zusätzlich in die Länge gezogen.

Nach 38 Minuten endet die Scheibe und lässt den Hörer mit diversen Melodien aus den acht vorherigen Tracks zurück. Textfetzen bleiben leider nicht hängen, doch man behält die Stücke im Kopf, summt sie eine Zeit lang vor sich hin und hat den Drang, den Silberling erneut zu hören. Die Melodien, sowohl in gezupfter Form als auch in Form diverser Soli, machen das Album noch einprägsamer. Die polnischen Metalcore Pioniere von FAUST AGAIN wissen zu ihrem zehnten Bandjubiläum zu überzeugen. Sowohl für die Metaller der alten Schule, die es bevorzugen, ihr Haar rhytmisch im Kreise zu bewegen, als auch für die neue Generation Metalheads ist die Scheibe eine Kaufempfehlung wert. Das melodische Zusammenspiel der beiden Gitarristen macht wirklich was her und lässt FAUST AGAIN noch einen Schritt weiter an den Thron des Metalcore herantreten. Es ist zwar leider kein Track á la „To dwell on thoughts of you“ vom „Hope against Hope“ Album dabei, aber es ist definitiv ein Album, das man sich gerne mehr als nur einmal anhört.

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