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FEAR FACTORY - Genexus

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Artist FEAR FACTORY
Title Genexus
Homepage FEAR FACTORY
Label NUCLEAR BLAST
Leserbewertung
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5.3/10 (3 Bewertungen)

Es ist durchaus richtig, dass man nicht immer die „Damals war alles besser“-Fahne schwingen sollte. Wenn eine Band allerdings ein Album wie „Demanufacture“ abliefert und dieses 20 Jahre nach Release als Meilenstein des Metals und noch immer als Messlatte für vieles in diesem Genre gilt, muss man sich natürlich mit jedem neuen Werk daran messen lassen. Bis einschl. „Archetype“ lief das auch recht gut, „Transgression“ vergessen wir mal und mit „Mechanize“ und „The Industrialist“ wurde die neue „Dino-Ära“ halbwegs solide angegangen. Nun soll es mit „Genexus“ richtig in die vollen gehen, doch schon der vorab präsentierte Song „ProtoMech“ sorgte für großes Schaudern! Zwar rotiert der Song musikalisch im gesicherten FF-Sound mit fetten Stakkato-Riffs, wummernden Drums, elektronischen Soundeffekten, sowie Burton C. Bells energischen Shouts, setzt allerdings der cleane Refrain ein, vergeht einem alles! Bekannterweise bekommt Bell live seine cleanen Vocals generell nicht auf die Kette, aber dieses seichte, dünne, mit leichten Effekten belegten Gesäusel… also bitte!

Nun gut, das Album selbst legt mit „Autonomous Combat System“ und einem epischen Intro erstmal mächtig brachial los. Keine Frage, musikalisch läuft bei FEAR FACTORY alles im grünen Bereich. Klar, die Riffs, die Drums und selbst die Vocals-Lines – das alles hat man X Mal von dieser Band gehört, aber anders will man die Angstfabrik auch nicht. Beim Refrain allerdings schlägt auch gleich das Grauen zu, das mit „PromoTech“ bereits angekündigt wurde… uuaargh! Dünn, kraftlos und so gar nicht mitreißend. Schlimmer wird‘s dann noch mit „Adonized“, „Battle for Utopia“, „Regenerate“ und „Dielectic“, weil die Refrains nicht nur direkt von „Digimortal“ stammen könnten, sondern im Vergleich noch dünner und eher auf Pop ausgelegt sind, als bei dem eh schon relativ nah am Mainstream orientierten Album von 2001. Ein richtiger Lichtblick bricht dann mit „Soul Hacker“ herein. Kantig, gehackte Riffs stampfen hier vorwärts, der Refrain pumpt genauso brachial aus den Boxen und die weiterhin dünnen, cleanen Vocals werden nur als kurze Bridge eingebracht. Der Titelsong, der vielleicht am deutlichsten an „Demanufacture“ orientiert daherkommt, handelt das Problem mit den cleanen Vocals auch besser und „Ghost of Execution“ lässt diese angenehmerweise gleich komplett weg. Zum Finale überraschen FEAR FACTORY dann mal wieder mit einer Ballade. Auch das können die Amis, wie sie z.B. mit „Bite the Hand the bleeds“ auf „Archetype“ bewiesen haben. Und auch wenn „Expiration Date“ von Melodie und Atmosphäre seine Sache recht ordentlich macht, bringt Bells seichte, dünne, kaum kraftvolle Stimme einfach nicht die richtige Tiefe in so einen Song. Das schmerzt besonders, weil man weiß, wie er das einmal konnte.

So ist „Genexus“ absolut ein FEAR FACTORY-Album, welches diesen Namen verdient. Die Songs knallen und musikalisch gibt es eigentlich nichts zu meckern, bewegt sich die Band da auf komplett sicherem Terrain. Alleine die cleanen Vocals sind, fast wie erwartet, über weite Strecken komplett „grausam“. So werde ich es mir gut überlegen, ob ich mir das live nochmal antue, denn entweder wird es wie in den letzten Jahren absolut grausig oder die Band greift wieder auf Playbacks zurück, was es im Endeffekt auch nicht besser macht, da diese bei den neueren Songs auch nicht besser klingen werden…

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