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FEAR FACTORY - Mechanize

VN:F [1.9.22_1171]
Artist FEAR FACTORY
Title Mechanize
Homepage FEAR FACTORY
Label AFM RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.5/10 (6 Bewertungen)

Was für ein Krampf! Aufgelöst, wieder neu formiert, mit „Archetype“ und „Transgression“ ein starkes und ein dürftiges Album veröffentlicht, wieder zerstritten, wieder auf Eis gelegt und nun plötzlich doch wieder da. In Kurzform: die damalige Wurzel allen Übels (Gitarrist Dino Cazares, zwischenzeitlich DIVINE HERESY) hat sich wieder mit dem Fähnlein im Wind (Sänger Burton C. Bell, nebenbei mit ASCENSION OF THE WATCHER und MINISTRY beschäftigt) vertragen. Beide schnappen sich, ohne Basser/ Gitarrist Christian Olde Wolbers oder Schlagwerker Raymond Herrera (beide mittlerweile mit ARKAEA unterwegs) zu fragen, den Namen FEAR FACTORY und wollen nun dort weiter machen, wo man damals mit dem Meilenstein des Industrial Metal „Demanufacture“ aufgehört hat. Dazu hat man Byron Stroud am Bass (auch bei „Archetype“ und „Transgression“ zu hören und bekannt von STRAPPING YOU LAD und ZIMMERS HOLE) behalten, sowie Drum-Ikone Gene Hoglan (DEATH, TESTAMENT, DARK ANGEL, STRAPPING YOUNG LAD) dazu geholt. Die rechtliche Sache ist zwar noch nicht ganz ausdiskutiert, aber auf jeden Fall ist nun ein neues Album unter dem Banner FEAR FACTORY erhältlich.

Und egal, wie man nun das ganze Theater bewertet, eines ist nicht zu bezweifeln: „Mechanize“ ist tatsächlich das Album, das nach „Demanufacture“ hätte kommen können, vielleicht müssen. Alleine schon das eröffnende Titelstück sowie das folgende „Industrial Discipline“ trumpfen gleich mächtig auf. Druckvoll gedoppeltes Stakkato-Riffing, pumpende Doublebass und kantig-vielseitiges Wahnsinnsdrumming kombiniert mit einem Burton C. Bell in Bestform, d.h. düster-bedrohliche Stimme, infernalisch-brutale Shouts und hymnischer Gesang. Unterschwelling pulsierende Elektro-Sounds schmecken die kalte, maschinelle Atmosphäre perfekt ab. Keine Frage, DAS sind FEAR FACTORY! Mit „Powershifter“ kommt dann der klassische Nachfolge-Hit zu „Replica“. Donnernde Riff- und Drum-Kombination, brutal und gleichzeitig eingängig, mit kalten Industrial-Sounds versehen und einem packenden Refrain von einem herausragenden Bell veredelt! Aber nicht nur „Demanufacture“ wird Tribut gezollt, auch „Obsolete“ kommt zum Zuge und das in Form von „Christploitation“ und „Final Exit“, welche das optimale, epische Verbindungsstück der beiden starken Veröffentlichungen darstellen. Sogar an die Vorzeit von „Demanufacture“ hat man sich „erinnert“. So ballert einen das vertrackte „Oxidizer“ zurück in Zeiten von „Soul of a New Machine“, bei dem man noch ne Ecke deathiger zu Werke ging und dementsprechend hört man Mr. Bell auf eben diesem Song nun brutal shouten, wie seit damals nicht mehr.

Klar, ein Werk wie „Demanufacture“ schreibt man nur einmal und zugegebenermaßen reicht „Mechanize“ mit seiner handvoll Knaller und den ebenfalls vorhandenen Lückenfüllern („z.B. „Designing the Enemy“, „Fear Campaign“ und das recht einfallslose Industrial-Stück „Metallic Division“) nicht zu einem gleichwertigen Album. Aber ohne Frage haben Burton C. Bell und Dino Cazares es geschafft, den klassischen Sound, den die Fans so lieben, wieder herzustellen und einige richtig starke Songs aufzunehmen! Mein persönlicher Wunsch währe es allerdings, dass man sich doch mit Christian Olde Wolbers und natürlich Raymond Herrera zusammentut, denn diese Jungs haben auch für „Archetype“ einige starke Songs geschrieben und zusammen wäre das dann wohl der ganz große Coup!

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