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FEINDFLUG - …Hinter Feindlichen Linien (DVD)

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Artist FEINDFLUG
Title …Hinter Feindlichen Linien (DVD)
Homepage FEINDFLUG
Label BLACK RAIN RECORDS
Leserbewertung
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6.8/10 (13 Bewertungen)

Na da werden die Feindflieger auf ihre alten Tage doch noch einmal richtig arbeitswütig. Erst ein neues Album, dann ein Remix für :WUMPSCUT:, eine Split mit SUPREME COURT und jetzt sogar ihre erste DVD! Beim Blick auf das Cover des fulminanten Mediabooks mit eingebundenem Booklet fällt zunächst auf, dass man diesmal offenbar unter „Projekt FEINDFLUG“ firmiert!? Es lässt sich nur mutmaßen, dass dies entweder in Verbindung steht mit der zuletzt erfolgten Einbeziehung mehrerer neuer Aushilfsmusiker oder aber als weitere Abgrenzung dagegen gedacht ist, dass FEINDFLUG hier und da noch immer völlig unnötig rechte Tendenzen nachgesagt werden. Provokation und Auseinandersetzung mit gewissen historischen Themen ist ja das eine, aber daraus gleich auf eine bestimmte Gesinnung schließen zu wollen erscheint wenig durchdacht. Da stellt das auch in der DVD abermals abgedruckte Statement zur „Intention dieses Projektes“ doch eine wesentlich klarere Aussage dar.

Nun aber zum eigentlichen Thema, nämlich der Musik: Den Hauptbestandteil der DVD (Regionalcode: 0) bildet ein Mitschnitt des Konzertes im Berliner K17 am 22.10.2005, bei dem im Rahmen eines besonderen Events, dem auch wir vom TERRORVERLAG seinerzeit beigewohnt haben (Konzertbericht an anderer Stelle), das 10-jährige Bandjubiläum zelebriert und zugleich die Record Release Party zum aktuellen Album „Volk und Armee…“ abgehalten wurde. Optisch hatte man sich bei der Bühnenausstattung hierzu einiges einfallen lassen (Galgen, Flak, jede Menge Tarnnetze) und mit der neuerdings siebenköpfigen Live-Formation 15 Stücke aus der gesamten Schaffensphase einstudiert, darunter allen voran elementare Tracks wie „Stukas im Visier“ und „Roter Schnee“. Auch auf Showelemente musste das Publikum nicht verzichten (Stichwort „Kopfschuss“).

Dies alles wurde von dem RGKP-Team unter der Leitung von Robert Erlach mit insgesamt acht Kameras inklusive einer an einem kleinen Schwenkarm befestigten Krankamera trotz der beengten Platzverhältnisse recht gut eingefangen. Viele verschiedene Kameraperspektiven sind grundsätzlich positiv, allerdings hätte es für meinen Geschmack gut getan, anstelle des ständiges Wechsels an mancher Stelle einfach mal länger „draufzuhalten“, insbesondere auch in der Totale, um das Geschehen auf der Bühne noch besser auf sich wirken lassen zu können. Allerdings ist zuzugestehen, dass durch den gewählten Schnitt auch der kraftvolle Auftritt der Band besonders unterstrichen wird. Teilweise sind in den Livebildern zudem kurze Einspieler untergebracht worden. Die Bildqualität im Allgemeinen, wiedergegeben im 16:9-Format, ist zwar besser als etwa noch bei Teilen der der ersten Black Rain Label DVD, aber einige Kameraeinstellungen geben doch ein etwas körniges Bild ab. Beim Ton hat man sich nicht lumpen lassen, hier kann gewählt werden zwischen Dolby Digital Stereo und 5.1-Sound, die Aufnahme über 24-Spuren lässt insoweit keine Wünsche offen.

Zwischen die 15 Stücke wurden noch Publikumsimpressionen und ein vierteiliges Bandinterview mit Felix und Banane eingeschnitten, optional kann aber sowohl das eigentliche Konzert als auch das Interview separat abgespielt werden. Bei letzterem erfährt man unter anderem etwas über die Entstehung des Bandnamen, den privaten Musikgeschmack der beiden oder das von ihnen verwendete Equipment, sollte sich aber nicht zu viel hiervon versprechen. Eine ganz lustige Idee ist es, hierzu neben englischen auch sächsische Untertitel anzubieten.

Zusätzlich zu diesem Konzert werden sechs Liveclips noch aus der Zeit mit Beam angeboten. Zu der neuen Besetzung oder den Umständen der Trennung kann man ja sagen was man will, aber Beams „War-Drumming“ war immer imposant und prägendes Merkmal einer guten Show. Drei Stücke („Feindflug V.04“, „Würdelos / In Gefangenschaft“, „Tötungsmaschine Mensch“) wurden in Leipzig aufgenommen, vermutlich im Rahmen des WGT 2004, die anderen drei („Glaubenskrieg“, „Kopfschuss“, „Roter Schnee“) stammen aus Magdeburg. Bild und Sound sind hier grundsätzlich ganz in Ordnung, Leipzig hat aber die interessantere Lightshow zu bieten. Allerdings ist zumindest bei „Feindflug V.04“ der Sound dafür nicht ganz auf der Höhe.

Als weiteren Bonus kommt man in den Genuss einiger gesammelter Werke. Da wäre zunächst der „Truppenschau“ Videoclip, bei dem FEINDFLUG in voller Montur – abwechselnd mit Szenen aus der Kriegsberichterstattung – eine Fahrt mit einem Panzer auf einem Truppenübungsgelände vollziehen und so etwas Imagepflege betreiben. Weitere Outtakes zeigen FEINDFLUG quasi ungeschminkt bei einer Art Behind-the-scenes zu dem Panzerclip und Aufnahmen aus diversen Backstage-Räumlichkeiten. Ein professioneller Videoclip zu „Stukas“ kann zudem mit Liveaufnahmen und Ausschnitten aus dem etwas mysteriösen Sci-Fi-Kurzfilm „Zonen“ von Jon Svärdhagen überzeugen, die dort gut zur Geltung kommen. Dieser Film ist daneben auch in voller Länge (13:38 min) verfügbar und verwendet seinerseits FEINDFLUG Musik („Stukas“, „Geständnis“). Davon mal abgesehen bleibt er aber eher unspektakulär. Zu guter Letzt gibt es einen weiteren Liveclip („Glaubenskrieg“), diesmal jedoch in schwarz-weiß.

Insgesamt also ein fettes Paket mit einer Gesamtspielzeit von ca. 2 Std. 51 Minuten (davon 1:24 h Konzert und 14 Minuten Interview), das die Chemnitzer hier geschnürt haben und eine echte Alternative zu den rar gesäten Live-Auftritten. Wem das nicht reicht, der sei noch auf die in Kürze nachfolgende und unglaublich vollgepackte, aber dafür natürlich auch wesentlich teurere Box-Ausgabe verwiesen.

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