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FEIST - Metals

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Artist FEIST
Title Metals
Homepage FEIST
Label POLYDOR
Leserbewertung
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7.0/10 (3 Bewertungen)

Leslie Feist macht schon seit Jahren Musik. Wenn die 35-jährige Kanadierin dies tut, verzichtet sie auf ihren Vornamen und nennt sich schlicht FEIST. Mit ihrem dritten Album „The Reminder“ gelang ihr vor vier Jahren nicht nur bei uns der Durchbruch, wozu nicht zuletzt die Verwendung ihrer Musik in verschiedenen Werbespots beitrug. Nach „The Reminder“ legte Leslie allerdings erst einmal eine kreative Pause ein, lud die Akkus auf und meldet sich jetzt mit ihrem vierten Streich „Metals“ zurück.

Die zwölf Songs sind im vergangenen Jahr in einer kleinen Garage hinter ihrem Haus entstanden und wurden schließlich in Toronto und Big Sur/Kalifornien aufgenommen. An ihrer Seite wieder die beiden Langzeit-Mitstreiter Chilly Gonzales und Mocky, die ebenso wie Valgeir Sigurdsson an der Produktion beteiligt waren, aber auch zu den Instrumenten gegriffen haben. Dabei bleibt die Instrumentierung recht zurückhaltend, gleichzeitig jedoch vielschichtig und spannend, wodurch schon der Opener „The Bad In Each Other“ aufhorchen lässt. Das folgende „Graveyard“ hat ebenso wie „The Circle Married The Line“ das Zeug zum Indie-Hit, während „Caught A Long Wind“ in ätherischer Schönheit daherkommt. Ein Hauch mehr Rhythmus prägt „How Come You Never Go There“, um mit „A Commotion“ zum elfenhaften Gesang die musikalischen Sinne zu schärfen. Da wird der Sound deutlich fordernder, was auch die männlichen Shouts unterstreichen. Wenig später reicht wie bei „Bittersweet Melodies“ ein sanft agierendes Orchester und die gefühlvolle Stimme der Hauptprotagonistin, die mit „Anti-Pioneer“ in Slow-Motion zum Engtanz bittet. Mit minimalen Mitteln kommt auch „Undiscovered First“ aus, bevor „Cicadas And Gulls“ sich auf melancholische Singer-/Songwriter-Tugenden zur Akustikgitarre besinnt. Mit filigranem Saitenspiel und zarten Vocals verzaubert „Comfort Me“ nicht minder, ehe „Get It Wrong Get It Right“ zum schwermütig-schönen Finale anhebt.

„Metals“ ist als Titel möglicherweise etwas irreführend, aber Leslie Feist erklärt wie die Platte zu ihrem Namen kam. Es geht dabei nämlich um das stille, unbehandelte Erz im Gegensatz zu dem Resultat, das mit viel Ingenieurswissen beispielsweise zu Wolkenkratzern verbaut wird. Harte Klänge sucht man bei FEIST und „Metals“ allerdings vergeblich. Stattdessen webt die Sängerin und Gitarristin stimmungsvolle Klangteppiche und intensive Tracks, die anziehend sind wie magnetisches Eisengestein.

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