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FELSENREICH - Tiefe

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Artist FELSENREICH
Title Tiefe
Homepage FELSENREICH
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Wenn die aus dem Osten stammenden Musiker auch schon länger im Geschäft sind – präsentieren sie doch mit ihrem aktuellen Album „Tiefe“ bereits ihr viertes Album und haben sich mit zahlreichen Auftritten einen sicheren Platz in den Herzen ihrer Fans und solcher, die es noch werden wollen, gemacht – so war mir der Name FELSENREICH doch bisher noch unbekannt. Leider, wie ich sagen muss, denn die Boxen schmetterten mir einen erstaunlichen und angenehmen Sound beim ersten Hören der Scheibe entgegen…

Nach einem Geräusch- und Stimmenmeer als Intro beginnt die CD viel versprechend mit „Nightmare“. Dieser starke, gitarrenlastige Song beginnt den roten Faden des Albums zu spinnen, vom Auf und Nieder der menschlichen Psyche – von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Renatos markante, aber wie ich finde, sehr angenehme Stimme, unterstreicht das Zusammenspiel der Instrumente auf mitreißende Art und Weise. Die E-Gitarre wirkt in ihrer abgehackten Form teils etwas fehl am Platze, wird jedoch durch eine eingängige Melodie und den starken melancholischen Text des Openers ausreichend übertüncht. Der zweite Song „Island Part II“ geht leider nicht so schnell ins Ohr, nur wenig bleibt hängen, von dem ruhigen Sound mit Trompetenuntermalung. Vage Parallelen lassen sich zum Stil von LACRIMOSA ziehen, was hier jedoch bitteschön nicht als negativ auszulegen ist. „Am Meer“, wieder ein Stück der schnelleren Fraktion, erinnert mich beim ersten Hören ein wenig an „One Day“ von NEAR DARK, die sich ja bereits auf dem Zillo 98 in Hildesheim als Opener einen kleinen Namen machen konnten. Der Gesang im nächsten Track „Die Brücke“ kommt teils sehr aggressiv rüber, meiner Meinung nach etwas zu aggressiv, auch wenn es in diesem Fall zum Text passt. Shouteinlagen und Sprechgesang verstärken die Wut, die in diesem Song steckt und machen ihn nach mehrmaligem Hören doch noch zu einem nachhaltigen Ohrwurm. „Ein Hauch“, hier ist der Name – leider – Programm. Nichts von dem Song bleibt hängen. Schade, denn der Text war eigentlich recht viel versprechend. Die nächsten Songs entschädigen für diesen kurzen Ausfall jedoch mehr als reichlich. Außerordentlich erwähnenswert, wie ich finde, sind die balladesken Songs „Starchild“ und „In my Dreams“. „Starchild“ besticht durch traumhafte Melodien, auch hier wieder mit Trompetenmusik unterlegt. Die Klavierbegleitung und die sanfte Frauenstimme laden ein zum Spaziergang in den Sternen – Wegträumen ist angesagt. Weitergeträumt werden darf dann auch beim nächsten Song „In my Dreams“. Akustisch, ohne jegliche musikalische Aggression, sanfte Vocals – FELSENREICH sind hier kaum noch zu erkennen als die Band, die den Hörer die letzte halbe Stunde begleitet hat.

Und so neigt sich auch dieses kleine Meisterstück dem Ende zu. Schwer am Ende zu sagen, welcher Track am meisten beeindruckt hat. Das ruhige „Angel“, das mit seinen sanften Gitarrenklängen so schnell ins Ohr ging, oder doch vielleicht eher der schnelle Opener „Nightmare“? Ich weiß es nicht – und vielleicht ist das auch gut so, denn über diese Scheibe sollte sich jeder selbst eine Meinung bilden. Nichtsdestotrotz beweisen die Jungs mit diesem Album sehr eindrucksvoll, dass auch eine Band, die bisher von der Tanzflächenvermarktung der Discotheken weitestgehend ausgeschlossen wurde, wundervolle Musik zu spielen vermag und dem Wort „Angenehmer Zeitvertreib“ eine neue Definition gibt.

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