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FELSENREICH - Unschuld

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Artist FELSENREICH
Title Unschuld
Homepage FELSENREICH
Label DANSE MACABRE
Leserbewertung
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4.9/10 (7 Bewertungen)

Die dunkle Jahreszeit steht vor der Tür und damit ist auch die Hochzeit der Depressionen nicht mehr fern. Fehlt nur noch der richtige Soundtrack für die melancholische Trauerstimmung? Wir wären doch nicht der Terrorverlag, wenn wir da nicht weiterhelfen könnten! Schließlich haben FELSENREICH aus Chemnitz eine neue CD draußen, zu der man hervorragend schwermütig sein kann. Seit zehn Jahren widmen sich die beiden Gründungsmitglieder Mathias Sohn (Gesang, Keyboard, Trompete) und Renato Wesely (Gesang, Akustikgitarre) unter dem Namen FELSENREICH dem Düsterrock, wobei sie seit 2005 von der Sängerin Romy Unger unterstützt werden.

So auch bei der aktuellen Veröffentlichung, bei der außerdem Kay Dommaschk (Gitarre) und Markus Will (Schlagzeug) mitgewirkt haben. Herausgekommen ist ein dunkler Mix aus hymnischen Balladen („To Breathe Again“, „For This Time“) und kraftvollem Rock mit elektronischen Elementen („The Seeker“, „Lost“). Dazwischen finden sich auch Songs, die Einflüsse aus dem Musicalbereich mitbringen. So etwa das opulent-orchestrale „Januar“, das vom düster-metallischen „Maniac Minds“ abgelöst wird. Ungewöhnliches Topping dieser Nummer sind die Bläsersätze, die dem Ganzen besondere Dramatik und Pathos verleihen. Wie Novembernebel wabert derweil „Veronia“ aus den Boxen, während „Pray To Luna“ erneut härtere Töne anschlägt. „Ende Mensch“ legt noch einen Zahn zu und kombiniert monotone Maschinengeräusche mit knackigen Rhythmen und dem typischen Zwiegesang zwischen Romy und Mathias. Letzterer zeigt sich bei dem Song allerdings einmal von seiner hässlichen Seite, ebenso wie beim abschließenden „Faking (Just A Pretence)“, bei dem das Böse noch mal seine musikalische Entsprechung mit harten Gitarren, Trompeten und Streichern erfährt.

In Gänze hat „Unschuldig“ ein bisschen was von der Filmmusik zu einem mysteriösen Stummfilm. Um an dem Silberling Spaß zu haben, sollte man unbedingt auf theatralischen weiblichen Gesang in schwindelerregenden Höhen stehen und auch sonst einen Hang zur Dramatik und Schwermut haben, aber dann kann der November auch kommen.

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