| Artist | FETTES BROT |
| Title | Soll das alles sein? (Single) |
| Homepage | FETTES BROT |
| Label | FBS/ INDIGO |
| Leserbewertung |
Nach „An Tagen wie diesen“ bringen FETTES BROT eine zweite Single auf den Markt, die sich mit einem ernsten Thema beschäftigt. Zu souligen Klängen erzählen die Hamburger Jungs die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter, die sich Fragen über den Sinn ihres Lebens stellt und unvermittelt die Antwort im Zusammenleben mit ihrem Sohn findet. Auffällig ist an diesem Song, wie weit sich die BROTe hierbei von ihrem üblichen Stil entfernen. Obwohl sanft gerappt wird, tritt doch herkömmlicher Gesang in den Vordergrund, und auch die Lyrics sind ausgesprochen „brav“. Als „sozialbewusster Soul“ wird der Song verkauft. Im Gegensatz zu „An Tagen wie diesen“ tritt diesmal die Sozialkritik in den Hintergrund. Vermittelt wird eher ein vorsichtiges „Don’t worry, be happy“ an die deprimierte Haushaltsmanagerin.
Im Grunde schlägt sich die Band auch auf diesem neuen Terrain recht wacker. Glaubwürdig und verständlich ist der Ausflug in seriösere Gefilde allemal, schließlich sind Martin, Björn und Boris inzwischen keine jungen Hüpfer mehr. Dass mit dem Song neue Hörer gewonnen werden können, die gefühlvolle Songs mögen, steht deshalb wohl außer Frage. Dennoch fehlt der Single etwas, was einen alten Fan der Formation mit Wehmut erfüllen könnte: Wo ist der Wortwitz abgeblieben, die „Wir gehen immer dahin, wo es wehtut“-Mentalität, die freche Klappe, die Provokation? Auch ein persönlicher Bezug der Band zu den Lyrics ist diesmal nicht erkennbar. Hoppla, und plötzlich fühlt man sich nicht mehr so als Teil der Familie, der Einblicke in die Gefühlswelt der Jungs bekommt. FETTES BROT machen sich vergleichbarer, gefälliger.
Ist das jetzt schon ein Versuchsballon für eine Neudefinition der Band oder nur ein kurzer Ausbruch? Das wird sich wohlmöglich erst später zeigen. Zum Glück befindet sich auf der CD mit „Liebe, Glaube, Hoffnung“ noch ein zweiter Song, der etwas frecher ist…

Hinterlassen Sie einen Kommentar.
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.