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FETTES BROT - Strom und Drang

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Artist FETTES BROT
Title Strom und Drang
Homepage FETTES BROT
Label FETTES BROT SCHALLPLATTEN
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Neues von Dokter Renz, König Boris und Björn Beton. Nach dem grandiosen Start (Platz 3 der Charts) der Vorab-Single „Bettina, zieh Dir bitte etwas an“ legen die Hip-Hopper ihr achtes Album „Strom und Drang“ nach. Wer im Dezember auf einem BETTE FROST-Konzert war, hat die Songs bereits zu hören bekommen. Hinter dem Pseudonym BETTE FROST verbirgt sich natürlich ein Anagramm von FETTES BROT, welche auf diese Weise die neuen Stücke live getestet haben. „Strom und Drang“ lädt ein auf eine Tour durch das Jetzt und Hier. Die BROTE haben erneut einen bohrenden Blick auf ihre Mitmenschen gewagt und ihre Erkenntnisse in Reime gepackt.

Den Anfang macht das scheppernde „Lieber verbrennen als erfrieren“, mit dem die Reise durch die Nacht beginnt. Wer sich zu späterer Stunde vor die Glotze setzt, hat gute Chancen Bettina oder eine ihrer Kolleginnen bei ihrer barbüsigen Quizshow-Arbeit ansichtig zu werden. An diese Damen wenden die Hamburger sich mit der Aufforderung „Bettina, zieh Dir bitte etwas an“. Mit von der Partie ist bei diesem sehr rhythmusverliebten Track übrigens das Berliner DJ- und Produzentenduo MODESELEKTOR. Stilistisch geht es mit „Das traurigste Mädchen der ganzen Stadt“ ähnlich weiter, wenn auch mit etwas weniger Tempo. Typischer FETTES BROT-Partysound folgt mit „Erdbeben”, das so schönen Textzeilen wie „Eure Mama muss für euch mal Kuchen backen“ parat hält. Wie ein Hip Hop-Liebeslied klingt, zeigt „Das allererste Mal“. Da wird ordentlich Druck gemacht und die Rhythmusfraktion hat alle Hände voll zu tun, bevor „Der beste Rapper ist offensichtlich Ich“ es lasziv grooven lässt. Richtig groovig wird es jedoch erst mit „Schieb es auf die Brote“. Hier kann wieder jeder mithüpfen und –singen und endlich haben wir eine Entschuldigung für jedes Problem! Eines meiner Highlights ist „Automatikpistole“. Die treibende Melodie geht umgehend ins Ohr, während der Text nachdenklich macht. Nicht weniger hörenswert: „Ich lass Dich nicht los“. Die Internet-Stalking-Story ist in gewisser Weise die zeitgemäße Fortsetzung von FALCOs „Jeanny“, das auch schon als Vorlage für „An Tagen wie diesen“ von der 2005er Langrille „Am Wasser gebaut“ herhielt. Neben dem „Ein Euro Blues“, bei dem ein mehrstimmiger Harmoniegesang in der Luft liegt, fehlt noch „Hörst du mich?“. Ein großartiger Abschluss und zugleich hymnischer Lobgesang auf Menschen, die unvergessen bleiben sollten.

Es lohnt sich einmal mehr, genauer auf die FETTES BROT-Texte zu achten, deutscher Rap muss ganz offensichtlich nicht schwachsinnig sein! Musikalisch bewegt sich das Dreigestirn zwischen flottem Dance Floor, wildem Hüpfen und Kopfnicken – es ist also für alle was dabei und spätestens bei der Live-Performance wird es kein Halten mehr geben!

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