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FIDDLER’S GREEN - Wall Of Folk

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Artist FIDDLER’S GREEN
Title Wall Of Folk
Homepage FIDDLER’S GREEN
Label DEAF SHEPHERD
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.6/10 (12 Bewertungen)

Die Speedfolker aus Erlangen leiten eine neue Runde ein: Wall Of Folk, ein neues Album voller Speed (klar), voller Folk (natürlich), voller Rock, voller tobender Rhythmen. Ihr Irish Folk, der immer schon ein besonderes Tempo angeschlagen hat, ist nicht verloren gegangen, aber er ist „dröhnender“ und härter geworden. An mancher Stelle muss man schon genauer bzw. länger hinhören, bis man zum eigentlichen Folk gelangt.

Das gute Teil beginnt mit dem Titelsong, der musikalisch ein bedrohlich klingendes Szenario mit surrenden Instrumenten, rasantem Trommelwerk und fast flüsterndem, gepresstem Gesang heraufbeschwört, bis der erlösende Schrei erschallt und sich alle Instrumente neu sammeln und folkig weiter machen. Bei „Fields Of Green“ kommt man dann so richtig in Stimmung. Denkt man zunächst, dass man im Düsseldorfer oder Kölner Karneval gelandet ist (für diejenigen, die sich nicht auskennen: da wird schon lange nicht mehr geschunkelt), so entpuppt sich dieser durchknallende Track als Fußballhymne für den 1. FC Nürnberg. Dabei wird kein Fan (sowohl vom FCN als auch von FIDDLER‘S GREEN) auf den Stühlen kleben bleiben. Diesen Song gibt es in drei verschiedenen Fassungen. Die Standard-Edition des Albums enthält eine deutsch-englische Variante mit IN EXTREMO-Sänger Micha Rhein als Gast. In der Deluxe Variante findet sich noch eine englische Version. Die dritte mit dem speziellen deutschen FCN-Text ist ausschließlich über den Fan-Shop des Fußballclubs zu beziehen. Voller Kraft und spritziger Melodien strotzen die Tracks, die sofort und unmissverständlich auf den Punkt kommen. Dazu gehören „Country Of Plenty“, „Irish Rover”, „Scolding Wife”, „Hangman`s Lullaby”. Aber auch die sentimentale Ballade „Greens And Fellows” mit entsprechend langen Instrumentalsequenzen zum Träumen oder das Stück “Lost To The Moon”, das mittels Flöte seine keltischen Einflüsse zu erkennen gibt. Lange Passagen, die rauchig-melodische Stimme von Albi und zwischendurch mal kräftig in die Saiten gegriffen und aufs Schlagwerk gehauen – das sind FIDDLER’S GREEN.

Eine andere Seite zeigt „Tamlin”, eine Kombination aus Reggae und der unaufhörlich schwirrenden Geige des „grünen“ Fiddlers Tobi, das zum Ende hin immer schneller wird und die Beine ins Stolpern bringt. Der Western Country hatte schon immer eine Ähnlichkeit mit dem Folk, bei „Walking High” wird er besonders durch das Banjo forciert und es sollte nur eine Frage der Zeit sein, bis auf den ersten Wettbewerben dieses Lied gespielt wird. Das altbekannte „Dirty Old Town” (man denke an die POGUES) macht an gleicher Stelle weiter und ist mit seinem Schunkelcharakter wohl das beste Beispiel für Folk meets Country. Das Spiel des Banjos muss einem ja einen abgerissenen Fuzzy mit einem Maultier an der Hand in der Wüste Nevadas zwischen großen Kakteen vorgaukeln. Den Rock lassen die Musiker mit solchen Track wie „P Stands For Paddy“, „Vistor And His Demons”, „Milk The Damn Cash Cow” weiten Raum, zumal sie ja ein ebensolches Tempo auflegen, wie die Folksongs. „I Quit“ als Bonustrack klingt schwer und behäbig, voller Rock mit einer singenden Bassgitarre, die einem Echo gleichend den Gesang begleitet. „Yindy“ (Deluxe Edition) nimmt einige Osteuropäische Anleihen und nimmt sich zwischen all den rockigen Klängen ein wenig Polkaesk aus. „Jump”, der erste Bonustrack, ruft nichts anderes hervor als das, was sein Name sagt. Lust auf Springen und Tanzen. „I’ll Tell Me Ma“ (Deluxe Edition) ist da kaum anders und scheint direkt aus einem Saloon oder Pub zu stammen.

Das Album erscheint wie mehrfach angedeutet in 2 Versionen. Die Standard Edition verfügt über 14 neue Tracks. Die Deluxe-Ausgabe enthält weitere 7. Auf der beigelegten DVD sind Konzertmitschnitte vom „Summer Breeze Festival 2010“ dabei. Aber egal, welche der beiden Editionen ihr wählt: In jedem Falle gibt es eine neue Ladung besten Speedfolk zum Rocken und Tanzen.

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