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FIELDS OF THE NEPHILIM - Mourning Sun

VN:F [1.9.22_1171]
Artist FIELDS OF THE NEPHILIM
Title Mourning Sun
Homepage FIELDS OF THE NEPHILIM
Label OBLIVION/ SPV
Leserbewertung
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9.3/10 (4 Bewertungen)

Zeit für Legenden. FIELDS OF THE NEPHILIM. Die mithin bedeutendste Gothic Rock Kapelle kehrt zurück, um zu beweisen, dass auch in einem dahinsiechenden Genre noch strahlende Highlights erschaffen werden können. Die Britische Kultcombo existiert seit 1984, aber die letzten 15 Jahre waren nicht unbedingt von einer erfolgreichen Bandhistorie geprägt. 1990 erschien mit „Elizium“ das letzte „richtige“ Album, übrigens ein Meilenstein. Danach zerstritt sich Düstermeister Carl McCoy mit seinen Kumpanen, und eine Zeit der Düsternis brach an. Diverse Projekte konnten die Klasse der 80er Jahre-Veröffentlichungen nicht halten. Der charismatische Sänger lebte seine Death Metal Vorlieben mit der Scheibe „Zoon“ aus, die „anderen“ probierten es gar unter dem Namen RUBICON 2 mal mit einem anderen Sänger. Ein Live-Album, eine Best of und eine Raritätenschau wurden auf den Markt geschmissen. Und dann das angebliche Comeback mit „Fallen“ aus dem Jahre 2002. Nicht autorisiert von McCoy, heutzutage nicht mal erwähnt auf der Homepage. Hier hatte die Plattenfirma ganz einfach Demos und länger kursierende Internet Tracks zusammengewürfelt und auf die Sehnsüchte der vielen alten Fans gesetzt. Und „Fallen“ war noch nicht mal sooo schlecht… Jetzt aber die echte Wiederauferstehung in Form der „trauernden Sonne“.

Knappe 60 Minuten, 7 Stücke, keins unter 5 45 Minuten und bis auf eine Ausnahme ist jedes Lied länger als das jeweils vorherige. Was das über die Scheibe aussagt? Im Grunde nur, dass sie uns von Song zu Song mehr in den elysischen Abgrund zieht. DAS sind die klassischen Bassläufe, das ist der typische Gesang zwischen Rauheit und Wehklagen, das sind die Gitarren, die wir schon zu lange vermisst haben. Keine Innovation im eigentlichen Sinne, aber kompositorisch gesehen Goth Rock (mit leichten Metal-Anleihen) in absoluter Perfektion. Eine Platte wie ein guter Freund, den man irgendwie schon lange kannte, und der nun Gestalt annimmt. Spannungsbögen werden aufgebaut und auch tatsächlich eingelöst, elegische Keyboards verleihen den Kompositionen Dichte, Wehklagen und Druck als Einheit. Ob hypnotische Sequenzen wie bei „Requiem XIII-33“, wüste Grölparts à la „Xiberia“ oder die Entdeckung der sanften Seite (passend betitelt „She“), alles wirkt perfekt aufeinander abgestimmt. Dafür haben wir dann vielleicht doch gerne die vielen Jahre gewartet (zumal die uns mit NFD noch weitere gute „Genre Brüder“ schenkten).

Nehmt euch ein gutes Glas Rotwein und zelebriert die nahende Kälte mit diesem monolithischen Meisterwerk, welches in ein paar Jahren sicher den Stempel „Klassiker“ bekommen und hoffentlich etwas eher auch betourt werden wird. In der Limited Edition mit Videoclip und einem Cover von „In the Year 2525“.

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