Band Filter

FILTER - Anthems for the Damned

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Artist FILTER
Title Anthems for the Damned
Homepage FILTER
Label PREMIUM RECORDS/ SOULFOOD
Leserbewertung
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6.8/10 (4 Bewertungen)

Vergeht die Zeit aber schnell. Ist es denn wirklich schon fünf Jahre her, daß „The Amalgamut“ einen letzten zwiespältigen Eindruck von FILTER hinterlassen hat. Ja, die Gruppierung um Richard Patrick, welche uns 1999 mit „Title of Record“ eine wirklich GROSSE Scheibe beschert hat. Doch das ist eben fast zehn Jahre her. Zwar wird Wein mit dem Alter besser, auf FILTER jedenfalls scheint das nicht zuzutreffen. Eher wie ein billiger Import-Panschwein aus dem Supermarkt schmeckt „Anthems for the damned“ reichlich essigsauer abgestanden.

Sauer scheint auch Richard Patrick zu sein. Auf die amerikanische Regierung. Das ist ja nichts neues, ebenso wenig neu ist, seinen Missmut darüber auf Album zu pressen. Patrick hat ein Anliegen, schließlich hat er einen Fan im Irakkrieg verloren, schade nur, daß er dieses Schicksal nicht vertonen kann. „Soldiers of Misfortune“ klingt nach U2 – zu der Zeit, als die schon keiner mehr hören konnte, aufgesetzte Botschaften sei Dank. „What’s next“ greift in die Krachkiste und lässt ganz B52-Bomberlike explodierende Teppiche voller Fuzzriffs und Mörserdrums regnen. Nachdem sämtlicher Widerstand gebrochen ist, marschiert Patrick mit seinen Mannen und Gastsöldner Wes Borland ein. „Cold (Anthem for the Damned )“ ist eine richtige Soldatenhymne – melancholisch, pathosbeladen und mit kehlig krächzender Stimme dargeboten. Wer sich jedoch nicht jeden Tag seine Schnürstiefel anzieht, wird damit ebenso wenig anfangen können wie mit dem gesamten Rest des Albums. Jetzt mal ehrlich, irgendwie hat man sich ja schon auf die neue FILTER gefreut, aber dass, was Richard Patrick von Josh Abraham (SLAYER, VELEVET REVOLVER ) produzieren hat lassen, ist einfach nur kommerziell breitgetretener Frontrow-Rock. Da werden Refrains wie Motivationsreden geschmettert, künstlich mit Riffs ausgepolstert und doch bleibt kein Orden dran hängen.

Leider ist von „Title of Record“ nicht mehr viel übriggeblieben auf „Anthems for the Damned“. Wer auf charttauglichen Pathosrock steht, neben den CREED-Scheiben im CD-Regal noch Platz hat, der darf sich auch die neue FILTER gönnen. Ein paar Hymnen zum mitsingen findet ihr auch hier. Alle anderen dürfen die Scheibe von der Liste „heiß erwarteter Alben“ ausfiltern…

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