Band Filter

FILTER - Crazy Eyes

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Artist FILTER
Title Crazy Eyes
Homepage FILTER
Label WIND-UP RECORDS
Leserbewertung
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6.5/10 (2 Bewertungen)

Seit ihrem ersten Album “Short Bus” aus dem Jahr 1995, versorgt die Band FILTER ihre Fans in schöner Regelmäßigkeit mit Neuerscheinungen. 2016 gehen sie also mit dem siebten Werk “Crazy Eyes” an den Start, mit dem sich der Kreis dann auch ein wenig schließt, merkt man dem Material doch ein deutliches Augenzwinkern in Richtung “Short Bus” an. Der Weg führt eher weg von den sich auftürmenden Gitarrenwänden des Vorgängers “The Sun Comes Out Tonight”, hin zu mehr krachenden Industrialsounds und wirkt insgesamt kantiger.

Richard Patrick, Kopf und Sänger der Band formuliert es so:

“Filter is the mind. It’s your interpretation or my interpretation. Our thing is to look at people’s unexplainable behavior and assess it, using sound. It’s a way to approximate the insanity of the human condition. The reason this record is so fucking heavy and strange is it’s exactly the opposite of what’s popular. It’s not pretty. It’s not cute. It’s real.“

Die Nummer Eins des Langspielers “Mother E” belegt bereits eindrucksvoll, was man sich nach FILTER-Meinung unter etwas Echtem vorzustellen hat. Mal gefühlvoll, mal wütend untermalt Patricks Stimme scheppernde und pulsierende Synth-Sounds. Bald darauf schon wird das Album melodiöser und vielschichtiger, gewinnt mit “Pride Flag” mehr Tiefe und transportiert auch (noch) mehr Gefühl – was für Gitarren! Der Gipfel des Ganzen wird nach der Hälfte des Albums mit dem Track “Welcome To The Suck (Destiny Not Luck)” erklommen und “hübsch” oder “niedlich” wird’s tatsächlich nie. Vielmehr ist die gesamten 51 Minuten lang ein latenter Schmerz wahrzunehmen, oft hört man Wut und manchmal vielleicht sogar Hass, ganz bestimmt aber Verachtung zwischen den musikalischen Zeilen. Sechs weitere Stücke spielen so dann auf diesem Level weiter; mit “Your Bullets” legen FILTER in puncto Tempo trotzdem noch mal eben eine Schippe obendrauf, toben sich mal kurz aus. Wer’s dann noch nicht begriffen hat, wird spätestens während der gut sechs Minuten “Under The Tongue” wissen, warum das Wort “Crazy” Bestandteil des Titels ist.

Insgesamt ist “Crazy Eyes” so ziemlich das, was Richard Patrick beschrieben hat. Eine ziemlich heftige, direkte und verstörende Ansammlung von für sich genommen recht individuellen Musikstücken, die trotzdem der selbe Charakter verbindet. Möglicherweise wird das Hören für manchen eine Grenzerfahrung, nach all der Kritik am oben erwähnten Vorgänger werden die Fans der Band aber wohl wieder wohlwollender gestimmt sein.

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