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FINKENAUER - Beste Welt,

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Artist FINKENAUER
Title Beste Welt,
Homepage FINKENAUER
Label SUPERSONIC RECORDS
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Reden wir mal von deutschem Songwriting/ Soul und nehmen als Schlagwort “Pop” in den Mund. Unweigerlich denkt man an XAVIER NAIDOO und seine Apostel der SÖHNE MANNHEIMS. Dass es abseits vom „Fussball-WM-Schöngeist“ auch noch andere junge Liedermacher in Deutschland gibt, dürfte hinlänglich bekannt sein, über NAIDOOs Schatten sprangen aber nur wenige, einer, der es geschafft hat, ist CLUESO.

Mit dem Ex-JAW-Sänger FINKENAUER schickt sich nun der nächste Kandidat an, Xaviers Kreuzzug in die Parade zu fahren. Eine warme, interessant klingende Stimme hat er allemal der Hamburger. Doch warum musste er sein Album „Beste Welt“ nennen…? Schon ist er wieder da dieser NAIDOOsche Nervfaktor der heilen Welt. Allerdings darf man das Komma nicht unkommentiert stehen lassen, so dass der Titel auch als (altertümliche) Anredeform gesehen werden kann. FINKENAUER grenzt sich zudem insofern von NAIDOO ab, dass er sich nicht nur dem Soul verbunden fühlt, sondern auch Pianogrooves („Ich kann dir nicht widerstehen“), Balladeskpop („Geschrien“), sphärischen Elektrosound („Du bist hier“) und rockige Momente („Mittendrin“) auf seinem Album vereint.

Das Wunschdenken, ein Poet zu sein, schiebe ich jetzt mal der Vermarktungsstrategie des Labels zu, ebenso wie die etwas fragwürdige Bezeichnung „Tourette-Rap“ für den teilweise sehr haspeligen Gesangsstil. Dennoch gewinnt FINKENAUER immer wieder mein Gehör – „Manchmal zwischen den Gebäuden“ erinnert daran, dass der Produzent des Albums, Swen Meyer, auch für TOMTE die Regler bedient. Textstil und Gesangsfluss erinnern frappierend an Thees Uhlmann. Wenig später sorgt der magnetisierende Refrain von „Hand in Hand“ für Erinnerungen an den jungen GRÖNEMEYER – sowie an das Hauptproblem von FINKENAUERs Liedern. So mitreißend, so intensiv sie in wenigen Momenten sein mögen, so austauschbar sind sie auch. Wirklich überzeugend ist nur „Du bist hier“s Mischung aus atmosphärischen Synthieklängen zu wenigen, aber vielsagenden Worten.

So schön FINKENAUERs „Beste Welt“ auch sein mag – ich fühle mich nicht adressiert.

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