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FINNTROLL - Ur Jordens Djup

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Artist FINNTROLL
Title Ur Jordens Djup
Homepage FINNTROLL
Label CENTURY MEDIA
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Auch wenn die ersten Alben der durstigen Trolle „Midnattens Widunder“ und „Jaktens Tid“ schon ordentlich nach vorne gingen, konnte vor gut 8 Jahren noch keiner ahnen, was noch alles mit den Skandinaviern passieren würde. Wechsel im Line Up (Neuer Sänger, Tod des Gitarristen Somnium) ließen die Zukunft der alt-schwedisch singenden FINNTROLL nicht unbedingt rosig aussehen. Was man aber dann durch das Auspacken des Trollhammers („Trollhammaren“) und dem dazugehörigen Album „Nattfödd“ lostrat, dürfte jedem mehr als bekannt sein. Nach fast drei Jahren Pause, in denen man zig Konzerte spielte, aber auch mit Wilska wieder einen Sänger als Verlust vermelden musste, darf man nun gespannt sein, wie die trinkfesten Nordlichter diese bewegte Vergangenheit bewältigt haben. „Bombig“ ist die Antwort, denn mit (übersetzt) „From the Depths of the Earth“ haben FINNTROLL ein ziemliches Brett abgeliefert. Sehr erfreulich dabei, dass man nicht einfach mit einem „Nattfödd 2“ auf den Party-Zug aufgesprungen ist, den die riesige Fangemeinde um die Band entfacht hat, sondern wieder mehr ursprüngliche Einflüsse den Weg in die Songs finden lässt. Wer die ersten Gehversuche der Band kennt, weiß, dass diese recht klar im Black Metal verwurzelt sind und dies ist auf dem neuen Album erneut deutlicher zu vernehmen und ebenso auf den Bandphotos zu sehen.

Im Stil eines „Herr der Ringe“-Soundtracks beginnt die Scheibe mit „Gryning“. Düstere Soundteppiche, Geräusche und Laute erinnern an Isengard und geleiten einen dann mit spannungsgeladenen Klangteppichen zum ersten Kracher „Säng“, welcher mächtig blackig einsteigt und schön derb nach vorne geht. Dabei kommt der Synth-Sound nur im Hintergrund zum tragen. Hier regieren die treibenden Riffs, die wummernde Doublebass und die fiese Stimme des neuen Shouters Vreth. „Korpens Saga“ steigt dann mit Folk-Instrumenten und –Gesängen ein und entwickelt sich zu einem fetten „Humppa“-Groover, ohne es allerdings zu übertreiben. Die Steigerung setzt sich dann mit dem genial-pompösen, aber auch die Black-Note weiterführenden „Nedgang“ fort und findet seine Krönung in „En Mäktig Här“, wo man allerlei Folk- und Perdcussion-Instrumente verbaut hat und das durch seine groovige Ausrichtung noch am ehesten Hitpotenzial besitzt. Als Gegenstück dazu finden sich u.a. mit dem bretthart riffenden „Slagbröder“ oder dem thrashenden „Ormhäxan“ weitere echte Brecher auf „Ur Jordens Djup“, welche die deutlich härtere Ausrichtung eindrucksvoll verdeutlichen. Eindrucksvoll auch die Leistung des neuen Sängers Vreth. Dieser gefiel mir bei seinen ersten Live-Auftritten nicht wirklich, bietet aber auf dem Silberling eine tolle und vor allem vielseitige Performance aus allen extremen Gesangsarten! Doch FINNTROLL wären nicht FINNTROLL hätten sich nicht noch ein Schmankerl eingebaut. So entdeckt man im Quasi-Titelsong „Ur Djupet“ beim genauen Hinhören eine Variation des klassischen Trinkliedes „Son ar Christr“ (bekannt durch BOTS – „Sieben Tage lang“).

So verbinden die finnischen Waldschrate gekonnt die populäre „Humppaa“-Phase mit der härteren Ausrichtung ihrer Anfangszeit und lassen sich so erst gar nicht im „Trollhammaren“-Käfig einkesseln. Horns up!

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