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FIRE ON DAWSON - Prognative

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Artist FIRE ON DAWSON
Title Prognative
Homepage FIRE ON DAWSON
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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9.8/10 (4 Bewertungen)

Seit dem Frühjahr 2006 machen FIRE ON DAWSON in Karlsruhe Alternative-/Prog-Rock. Die vier Bandmitglieder bringen nicht nur die unterschiedlichsten Musikstile mit, sondern lassen auf die gemeinsame Mucke nach eigenem Bekunden vor allem ihre kulturellen Eigenarten wirken. So haben FIRE ON DAWSON mit Ankur Batra einen indischen Frontmann, während die Instrumentalfraktion sowohl mit deutschen als auch chilenischen Wurzeln aufwartet. Inzwischen hält das Quartett die erste Full Length „Prognative“ in den Händen, die jedoch mit locker-flockigen Bollywood-Klängen oder südamerikanischer Folklore herzlich wenig zu tun hat.

Stattdessen werden die 13 Lieder von einer kraftvoll-melodisch-melancholischen Grundstimmung beherrscht, die durch spannende Übergänge mit aggressiven Passagen gefällt. Zum knackigen Sound passt Ankurs voluminöse, facettenreiche Stimme, die Songs wie den abwechslungsreichen Opener „Hit Me“ ebenso gut präsentiert wie die emotionsgeladene Nummer „Olives“. FIRE ON DAWSON verstehen sich hervorragend auf exzellentes Songwriting, das mit Tracks wie dem flotten „Lakeerein“ und dem wandlungsfähigen Prog-Urgestein „Seven Symptoms“ keine Langeweile aufkommen lässt. Auch „End of May“ gefällt mit viel Dynamik und Spielfreude und sollte jeden Prog-Rocker begeistern können. Dank „Red“ setzt der Vierer erfolgreich das Spiel mit leisen und lauten, zurückhaltenden und fordernden Sequenzen fort, wobei das Stück insgesamt etwas ruhiger ausgefallen ist. Währenddessen mäandert „Let The Games Begin“ im gefälligen Alternative-Midtempo, ehe „Miles“ mitsamt eines Akustik-Sechssaiters und einer präsenten Rhythmussektion gefühlvoll Druck macht. Hier zeigt sich ebenso wie beim folgenden Schmuser „Stuck in Infinity“ die Wandlungsfähigkeit von Batras Stimme, die nach fast brachialen Vocals auch ruhige Töne zu vermitteln weiß. Ganz geht es ohne eruptive Ausbrüche und rauem Timbre jedoch auch bei diesem Track nicht ab, was der Qualität jedoch keineswegs zum Schaden gereicht. Auch „Deliah“ startet mit halber Kraft, um schließlich wieder in die Vollen zu gehen, während „Rising“ von Anbeginn mit frickelig-empathischen Gitarrenarrangements aufwartet. „Won By One“ zieht es erneut in die Extreme zwischen zurückhaltendem Spiel und massigen Gitarrenwänden, die bei „Every Second“ ihre finale Entsprechung finden.

FIRE ON DAWSON ist es gelungen, Alternative-Rock amerikanischer Machart mit der nötigen Prog-Würze zu versehen, um dem Sound die nötige Individualität zu geben. So werden die gut 60 Minuten Spielzeit nicht langweilig und auch nach mehrmaligem Hören finden sich in den Rhythmen und Melodien immer wieder neue Aspekte, die in ihrer Gesamtheit dafür sorgen, dass „Prognative“ sich ganz schnell in Ohr und Hirn festbeißt.

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