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FIREWATER - International Orange!

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Artist FIREWATER
Title International Orange!
Homepage FIREWATER
Label NOIS-O-LUTION
Leserbewertung
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3.3/10 (8 Bewertungen)

Seit der letzten FIREWATER-VÖ „The Golden Hour“ sind inzwischen fünf Jahre ins Land gezogen und Sänger und Bassist Tod A (Tod Ashley), der die Indie-Rock-Kapelle 1995 in New York gegründet hat, nachdem sich seine bisherige Band COP SHOOT COP aufgelöst hatte, lebt seit 2010 in Istanbul, was sicherlich auch den Sound auf dem jüngsten Werk beeinflusst hat. Aufgenommen wurde der siebte Longplayer jedoch nicht nur am Bosporus, sondern auch in Tel Aviv – und das während des arabischen Frühlings 2011. Keine Frage, dass „International Orange!“ den Geist und Klang einer Welt im Wandel auffängt und den rasenden Puls dieser Zeit hörbar macht.

Angefangen beim rhythmusbetonten Opener „A Little Revolution“, das sich mit der Frustration einer Generation beschäftigt, die nur wenige Optionen und Möglichkeiten hat, während „Glitter Days“ druckvolle Gitarren mit orientalisch anmutenden Klängen zu einem sehr eingängigen Ganzen verbindet. Ska steht beim groovenden „Dead Man’s Boots“ ergänzend auf dem Rock-Zettel und groovend schließt sich auch das bläsergeschwängerte „Up From The Underground“ an, bevor „The Monkey Song“ erneut energiegeladen Okzident und Orient verbindet. Beim „Ex-Millionaire-Mambo“ bittet Mastermind Tod A zum beschwingten Tanz auf den Trümmern der 2009er Finanzkrise und auch „Feeling No Pain“ klingt nach karibischer Unbeschwertheit, die jedoch nicht darüber hinweg täuschen sollte, dass sich dahinter auch eine gewisse Angriffslust verbirgt. „Strange Life“ startet hingegen mit getragenen Bläsern, die von hypnotischen Rhythmen, die ins Blut gehen, abgelöst werden und auf die mit „Nowhere To Found“ erneut großes Gebläse und viel Groove folgen. Sieht so „Tropical Depression“ aus? Nun, wenn das so ist, nimmt man in den Tropen die große Niedergeschlagenheit relativ locker und wagt dazu immerhin noch ein Tänzchen statt in totaler Lethargie zu erstarren. Und so zeigen sich auch FIREWATER (und entsprechend insbesondere Tod A) eigentlich nur auf der Zielgeraden mit „The Bonney Anne“ ein wenig zurückhaltend und beweisen trotz schwarzem Humor und zynischen Kommentaren eine durchweg positive Grundhaltung.

FIREWATER sind irgendwie so was wie die Zigeuner-Combo des Punk-Rocks. Das stellt auch „International Orange!“ eindrucksvoll unter Beweis. Da wird so ziemlich alles gemixt, was dem Kollegen Tod A in Sachen Weltmusik vor die Flinte kommt: Türkische Percussions jagen Gitarren und Bläser, Multikulti-Offbeats untermalen Hymnen voller Frustration, Hoffnung, Bewegung und Veränderung. Türkischer Maqsoum, punjabi Bhangra, jamaikanischer Ska, klassischer Punk und Oldschool Mambo vertragen sich bestens und wäre es nicht schön, wenn das, was in der Musik kein Problem darstellt, auch für die Menschheit möglich wäre?

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