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FIREWIND - The Premonition

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Artist FIREWIND
Title The Premonition
Homepage FIREWIND
Label CENTURY MEDIA
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Zugegeben: die Anfangseuphorie des Rezensenten hielt sich in absolut überschaubaren Grenzen. Trueigster True Metal der Premium Trüdel-Düdel Klasse, dazu noch angereicht mit Casio Keyboard, das man bei Karstadt auch wem anders hätte überlassen können. Etwas ungläubig überfliegt man noch einmal die zahlreichen Rezensionen der drei Vorgängeralben, diese bleiben jedoch auch bei mehrfachem Lesen durch die Bank sehr positiv. Die Überraschung steigert sich noch, wenn nach drittem und viertem Hören plötzlich sich die ersten Melodien im musikalischen Gedächtnis festsetzen und von dort dem Bewusstsein als Ohrwürmer erneut vorgesetzt werden. Nach reiflicher Überlegung komme ich zu dem Ergebnis, dass eine solche geschmackliche Störung nur an zwei Enden entstehen kann, in anderen Worten: Entweder etwas stimmt mit mir nicht oder an der Band ist doch etwas Übersehenes dran, das andere bereits bemerkt haben. Die Selbstprüfung fällt recht leicht, schnell eine METALLICA Livescheibe reingelegt, diese wirkt immer noch stark erektionsfördernd (Gott sei Dank), an dieser Seite also alles bestens. Dies heißt jedoch, dass die „Premonition“ doch etwas Gutes an sich hat.

Also schnell die CD wieder in den Player und genau Hinhören. Erste Erkenntnis: Wir benötigen eine große Decke, die über die Texte gelegt werden („Mama, take a look at your boy…“), vielleicht sollte man doch über die Überlegenheit der alten OBITUARY Methode nachdenken, die einfach sinnlose Buchstabenreihen ins Mikro röchelten. Würd aber vielleicht auch nicht zu jeder Musik passen. OK, FIREWIND wollen auch keinen Buchpreis gewinnen und neue Welterklärungsmodelle überlassen sie sicherlich auch gerne anderen. Wir schauen nur auf die Musik und da sticht der Opener „Into the Fire“ mächtig in die Trommelfelle. Ganz schöne Wucht, die die Griechen da aus den Instrumenten klotzen, Erinnerungen an härtere und straightere DREAM THEATER Stücke werden wach. Damit ist eine Referenz genannt, die aufgrund der Instrumentenbesetzung und der musikalischen Härte nahe liegt, wenngleich natürlich der Progansatz völlig fehlt. Der Opener ist nicht nur das längste, sondern auch das beste Stück dieser Scheibe. Dies soll die anderen Songs aber nicht abwerten, schließlich finden sich dort noch zahlreiche Ohrwürmer. Dies ist wohl die große Qualität dieser Band: jeder Song ist mit einer wunderbaren Hookline versehen und in Verbindung mit dem ausdrucksstarken Gesang von Apollo Papathanasio erkennt man die einzelnen Songs sehr gut wieder. Meine persönlichen Highlights neben „Into the Fire“ sind „Remembered“ und „Circle of Life“, wo es eine sportlichere Gangart zu hören gibt sowie das pathetische „Angels forgive me“, aber da mag und soll doch jeder seine Favoriten privat küren, Möglichkeiten gibt es genügend. Somit eine wirklich runde Sache und ein Album, das zu einem echten Karrieresprung reichen sollte. Lediglich eine Fliege im Honig wurde entdeckt und soll aus dem Glas gezerrt werden: die Coverversion des 80er Hits „Maniac“ hätte man sich für bierselige Stunden im Proberaum reservieren sollen, auf diesem (zumindest mich) wirklich positiv überraschenden Album ist sie absolut über! Dennoch einen Glückwunsch nach Griechenland, die Tourbegleitung KAMELOT dürfte es ganz schön schwer haben!

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