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FLAMING ROW - Elinoire

VN:F [1.9.22_1171]
Artist FLAMING ROW
Title Elinoire
Homepage FLAMING ROW
Label PROGRESSIVE PROMOTION RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.6/10 (38 Bewertungen)

Also, wer den Schnabel so dermaßen voll nimmt wie FLAMING ROW im Info, in dem von „one of the most exciting and remarkable projects of recent German music history“ und „you are a fan of AYREON, DREAM THEATER, SPOCK´S BEARD? You will Love FLAMING ROW!“ die Rede ist, der leidet entweder unter vollkommenem Realitätsverlust, hat mächtig einen an der Schüssel oder ganz gehörig was auf dem musikalischen Kasten. Schon nach den ersten 3-4 Songs dieser 18 Tracks umfassenden 80-Minuten-Konzeptgranate wird klar, dass eindeutig Letzteres zutrifft!

Das von Martin Schnella (STEEL PROTECTOR, CAST IN SILENCE… kennt die wer???) 2008 ins Leben gerufene Mammutprojekt vereint 30 Musiker, darunter 15 verschiedene Sänger/-innen! Die Meisten wird kaum jemand kennen, dennoch werden hier ganz hervorragende Leistungen gezeigt. OK, einige der Gastmusiker werden Prog-Fans geläufig sein, darunter Gary Wehrkamp und Brendt Allman von SHADOW GALLERY, Jimmy Keegan (Live-Drummer SPOCK´S BEARD) oder Billy Sherwood (YOSO, ex-YES). Der Meister höchstselbst stellt sich als Multitalent heraus, komponierte er doch dieses opulente Werk nicht nur im Alleingang, sondern spielt neben Gitarre, Bass und Keyboards auch noch Mandoline und Banjo und ist für Lead-und Backinggesang zuständig! Nebenbei produzierte er das Teil auch noch nebst Mix/ Mastering… Respekt! Dabei sieht der eher wie ein strunzlangweiliger Mathestudent aus! Textlich dreht sich das Ganze um eine englische Familie, wo die Mutter (Lea) bei der Geburt der Tochter (Elinoire)stirbt und der Vater (Adam) damit lange nicht klarkommt und so der Opa (Cyrus) erstmal die Vaterrolle übernimmt, bevor einige Dinge aus Leas Vergangenheit in einem neuen Licht erscheinen. Was sich zunächst recht einfach gestrickt anhört, ist komplex entwickelt mit Charakteren, deren Emotionen (u.a. Liebe und Wut) sowie Dimensionen (u.a. Zeit und Tod) jeweils durch andere zugeordnete Stimmen Leben eingehaucht wird! So abwechslungsreich wie der Gesang, der von Growls über Shouts, bis zu allen Arten von cleanen Gesängen und viel weiblichem Leadgesang reicht, so vielfältig ist auch das Songmaterial. Einzelne Songs herauszuheben wäre Quatsch, da man dieses Opus in Gänze genießen muss! Das reicht dann von Folkigen Sachen, über Funky Sprengsel, Prog, Rock, Bombast, Orchestrierungen bis zu brettigem Metal, da wird die ganze Bandbreite abgedeckt, je nachdem, wie es die Story und deren Protagonisten verlangen. Perfekt aufeinander abgestimmt, Top produziert. Am ehesten Vergleichbar ist „Elinoire“ mit den AYREON-Scheiben, die ja ebenfalls all die obigen Attribute bieten. Nur die Gastmusiker dort sind natürlich nochmal ein ganz anderes Kaliber.

Mit diesem kleinen Geniestreich sollten sich FLAMING ROW bzw. Martin Schnella allerdings umgehend einen Namen machen in der Szene, denn qualitativ hängt man hinter den vollmundig erwähnten Bands nicht hinterher! Vor allem seine Gitarrenkünste sind erste Sahne, für die männlichen Vocals könnte er aber gerne bessere Leute mit mehr Charisma engagieren… er singt zwar ganz gut, mehr aber auch nicht. Aber alles kann man ja nun mal nicht können. Unbedingt anchecken!

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