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FLINT GLASS - Hierakonpolis

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Artist FLINT GLASS
Title Hierakonpolis
Homepage FLINT GLASS
Label FUNKWELTEN
Leserbewertung
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Kühles blau und zartes Licht – wo führen diese Stufen hin? In ein geschmackvolles Digipack gelegt erscheint das neue Album von Gwenn Tremorin, alias FLINT GLASS, doch ganz so delikat wie die Hülle ist die Musik dann doch nicht und wer hier dahingehauchten Ambient erwartet, liegt definitiv falsch.

Immer wenn man gerade meint, es gebe nichts Aufregendes mehr zu entdecken in der aktuellen Elektroniklandschaft, wird man prompt eines besseren belehrt. Nach dem eigentlich zu erwartenden und dann doch viel zu schnellen Tod der letzten wirklich spannenden Strömung, den Clicks n Cuts, welche sich in einen Heimbastler-Underground zurückzogen oder sich wie die Multivitamintablette vom Aldi in dem Fahrwasser anderer Strömungen, wie House, auflösten, schien es, als wäre eine neuerliche Durststrecke angebrochen, doch bekommt man nach dem Hören von Hierakonpolis wieder Hoffnung. Auch wenn während den Aufnahmen ganz offensichtlich AUTECHREs „Incunabula“ und möglicherweise ein, zwei Scheiben von APHEX TWIN auf der Stereoanlage gelegen haben dürften, ist die Musik dieses Albums erfrischend fern aller Trends und wunderbar eigenständig. Auf dem einleitenden Titelstück und dem nachfolgenden „Neuroscan“ sind es ständige Veränderungen in der rhythmischen Betonung und aus langgestreckten Schreien aufgebaute Melodien, welche die Stücke motorisieren, danach wird es gleichzeitig atmosphärischer und gröber, die Flächen warm und düster, die Beatkonstrukte knackend und knatternd, als werde Stahlkabel abgerollt. Wider Erwarten stampft auf dem Schlussstück „Middle Kingdom“ die Bassdrum industriell und zwingend – eher ein Rausschmiss als ein Ausklang, aber danach ist man wieder bereit für den Tag (oder die Nacht).

Zusätzlich gibt es noch die exzellente „dahshur“-ep dazu, auf der insgesamt etwas weniger vertrackt, doch genauso einfallsreich gegrooved wird. Natürlich wird das Rätsel der Stufen nicht endgültig gelöst, doch man kann die Treppen von Hierakonpolis nach oben oder unten gehen und kommt doch immer ans Ziel.

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