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FLOGGING MOLLY - Speed of Darkness

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Artist FLOGGING MOLLY
Title Speed of Darkness
Homepage FLOGGING MOLLY
Label BORSTAL BEAT RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Was die „richtigen“ Iren können, das können wir schon lange, und vor allem besser. So mochten die Ansprüche der amerikanischen Folk-Punk-Band FLOGGING MOLLY gewesen sein, als sie dieses frische Album schufen. Dem Punk sind sie damit entwachsen, dem Folk treu geblieben, der Rock hat mächtig zugelegt. Die sieben Musiker touren seit langem nur noch auf den Hauptbühnen der internationalen Festivals, inkl. Rock am Ring. In die Hallen müssen mindestens fünftausend Fans passen, um den Bedarf an Konzertkarten decken zu können. Drei Jahre haben die aus Kalifornien und Irland stammenden Musiker in ihren Studios gewerkelt, um die vorliegende Scheibe zu erschaffen. Die Zeit war nicht nutzlos. Es ist absolut hörenswerte Musik dabei herausgekommen. Dieses 5. Studioalbum wurde in den Arbeitervierteln Detroits geschrieben und von Ryan Hewitt (RED HOT CHILLI PEPPERS) produziert.

Mit einem Grummeln, das immer lauter wird, bis es dann mit Tempo explodiert, startet der Titeltrack „Speed of Darkness“, um alle Zuhörer aus dem Schlaf zu holen. Obwohl der Speedfolk aus Deutschland kommt, heißt das nicht, dass nicht auch anglikanische Formationen die temporeichen Rhythmen drauf haben. Doch auch „Revolution“ lässt im Tempo nicht nach und reißt einem die Beine weg. Ähnlich speedy und mit bassigen Gitarren geht es dann auch in Songs wie „Don’t Shut ‚Em Down“, „Saints & Sinners“, „Oliver Boy (All Of Our Boys)“ zu. Manchmal scheinen die 1960er Jahre durchzuklingen. Mein persönlicher Favorit aber ist „The Heart Of The Sea“, ein klassischer Rocksong, in welchem sich die Stimme des irischen Leadsängers Dave King ein wenig wie die des legendären Ian Gillan von DEEP PURPLE anhört. Tonangebend ist ein Akkordeon, das dem sehr gelungenen Song einen maritimen Touch verleiht. Aber solch maritime Klänge schmücken nicht nur diesen Track, sondern auch: „The Power’s Out“, mit einem Akkordeon-Refrain, dem man sich nicht entziehen kann, sowie „So Sail On“, das mit Gitarre und Fidel einer irischen Ballade am nächsten kommt. Aber auch ohne maritime Töne ausgesprochen folkig sind Songs wie „Present State Of Grace“ (Irish Folk, der die Mandolinen vom Himmel holt), „A Prayer For Me In Silence“ (ein schwingendes Duett mit Bridget Regan und Banjobegleitung) sowie schließlich der Closer „Rise Up”, der das Volkslied „We Shall Overcome“ mal ganz, ganz anders darbietet. Das Piano, das bei „The Cradle Of Human Kind“ seine Premiere fand, stimmt sofort auf eine Ballade ein. Augen schließen, hören und genießen.

Eine CD, die ausgeprochen Spaß macht, zum Tanzen und Mitsingen anfeuert, ungemein folkige Klänge in einem rockigen Outfit präsentiert. Einfach schön eben.

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