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FLUID ENC. - Our Unity in Downfall

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Artist FLUID ENC.
Title Our Unity in Downfall
Homepage FLUID ENC.
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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8.4/10 (5 Bewertungen)

Es tut sich wieder was im lokalen Underground. Das lang erwartete Album der Bielefelder Vorzeige NuMetaler FLUID ENC. ist endlich fertig. Die Jungs haben sich viel Zeit gelassen und melden sich mit neuem Drummer und harten Bandagen zurück. Wurde die Invasion mit der zum Download bereitgestellten Unplugged EP nur vorbereitet, wollen sie nun mit dem neuen Longplayer ihr „Kingdamn“ erweitern. Gute Chancen haben sie, denn eine andere lokale Band aus dem NuMetal Bereich, die nur annährend so professionelle Stücke raushaut, muss mir erst mal gezeigt werden…

„Fight“ ersetzte den alten Opener „Call“. Nach der leichten Steigerung wird sofort los gemosht. So spart man das Intro, und man kann gleich zur Sache kommen. Da bricht einem ja eine richtige Metal Wand entgegen, die in einen fetten Groover übergeht. Passend zum wechselndem Riffing variiert Sänger Ingo zwischen Spoken Words, Shouts und Cleangesang hin und her. Und genau er ist es auch, der FLUID ENC. so unverwechselbar macht. Denn an ihm scheiden sich die Geister. So wie mancher seiner Gesangsart nicht viel abgewinnen kann, so lieben ihn die Fluid-Forces dafür. Wie ich bereits sagte: „unverwechselbar“. Und das ist das einzige, was zählt. Keith Caputo musste sich auch erst seine Fans ersingen. Zurück zur CD: Mit „Fight“ gab es ja grad richtig was aufs Maul, gespickt mit Hüpfparts, Tappings und fiesem (positiv gemeint) Gescrache geht das ja mal ganz weit nach Vorne. Nun kommt der Song, der früher meiner Meinung nach Live mit am fettesten ankam: „Lightbringer“. Wieder eine leichte Steigerung am Anfang und über den Mosh geht’s weiter. Am besten in dem Stück ist die Bridge mit dem Beatdown. Mit dem „slappenden“ Bass und dem DJ-Solo kommt die Stelle so richtig fett rüber. Bei „Angry faces“ wird das Tempo rausgenommen, und so entsteht ein wunderschöner moderner Rocksong, und man hört, dass die Wurzeln der Songwriter doch noch bei den „guten alten“ Rockbands liegt. Denn hier wartet ein „1 A“ Rocksolo auf uns. Respekt Pavey. „Sick“, „Lunatic“ und der den Fans gewidmete Song „Fluid Forces“: Das sind alles moderne Kracher voll gut durchdachtem Songwriting, die live und auch auf Platte gut einheizen. Wenn ich mir vorstelle, dass die 6 Jungs doch recht unterschiedliche Musikgeschmäcker haben, finde ich es erstaunlich, dass in den Songs alles so gut zusammenpasst. Vor dem Titeltrack und meinem auf immer und ewig Fluid Lieblingssong „Unity of Downfall“ gibt es noch mal eine Ballade („Can’t Rewind“), und da gefällt mir der Cleangesang sogar richtig gut und passend. Kommen wir zum Titeltrack. Ich liebe den Blastpart am Anfang- der durch das WahWah jetzt noch fetter kommt, und dann der Übergang in den derben Groove mit Sample Unterlage. Da geht man in die Knie. Die Jungs müssen einfach mehr harte Songs schreiben, denn Ingo kann so derbst gut shouten, was mir an ihm eh am besten gefällt. Die neue „Sorrow 2005“-Version fällt ein bissel aus dem ganzen heraus und trägt ja schon fast Reggae-Feeling in sich. Als Bonustrack gibt es noch das Feature mit dem MC Möp-C. Klingt für mich immer noch wie frisch von der „Skull & Bones“ von CYPRESS HILL.

Also, so eine 10-Track-CD von einer Band ohne Deal ist ja nicht alltäglich (und dazu kommen noch 2 Videos!). Im eigenen Studio zusammengebastelt – klingt aber nicht so. Alles fett und gut abgemischt. In den Zeiten, wo der Nu Metal immer bedeutungsloser wird, setzen die Jungs mit ihrer eigenen Art einen unabhängigen Schritt in genau diese Richtung. Vergleiche mit LINKIN PARK oder KORN kann man nicht ziehen. Viel mehr freuen sich die Jungs, wenn man sie mit Bands wie SLIPKNOT vergleicht. Und da deren letzte CD ja auch viel Rockelemente beinhaltete, liegt der Vergleich vielleicht gar nicht so fern. Auf jeden Fall trotzen FLUID ENC. dem Metalcore Trend und liefern eine schöne Mischung aus Modernem Rock, Metal und ein wenig Hardcore ab. Selten lag Schönheit und Brutalität so nah bei einander…

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