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FOR BLOOD AND VENGEANCE - All Bets Are Off

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Artist FOR BLOOD AND VENGEANCE
Title All Bets Are Off
Homepage FOR BLOOD AND VENGEANCE
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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8.0/10 (4 Bewertungen)

Hardcore und Holland verbindet weitaus mehr als eine lumpige Alliteration. Doch im Vergleich zu den etlichen Gabber- und Techno-Schmieden aus den Niederlanden ist die Zahl gesichteter Vertreter der gleichnamigen Gitarren-Variante recht gering, wenngleich sich bei näherem Hinsehen auch hier eine klare Community offenbart, die dank regelmäßigem Nachschub, hier in Form der Almerener FOR BLOOD AND VENGEANCE, ein zeitnahes Aussterben kaum zu befürchten hat. Dem Oldschool-Charakter zum Trotz greifen diese Exemplare gleich voll auf die Vorzüge des digitalisierten Zeitalters zurück und schicken die Debüt EP auf einem bedruckten USB-Stick, der obendrein natürlich als herkömmliches Speichermedium verwendet werden kann… nett.

Eine ähnlich fortschrittliche Vermarktungsstrategie verfolgt die „All Bets Are Off“ heißende Zusammenstellung der ersten Aufnahmen nicht, was angesichts der dargelegten Ambitionen aber in jeder Hinsicht ebenso schwierig und schlicht unpassend erschiene. Immerhin liegt das Überraschungsmoment noch auf der Seite der gerade zweijährig bestehenden Kaaskoppen, und statt es leichtfertig für Brutalität und noch mehr Brutalität zu verspielen, bricht die teils langjährige Erfahrung der einzelnen Beteiligten die aufkommende Spiellust des neuen Projektes auf eine locker schlanke Linie herunter. Luftig und doch bestimmt baumelt Vokalist Dennis mit seinem Rap-Stil in der dicken Hardcore-Hose, Auftrieb gewähren ihm zwischen oldschooligen Riffbrettern und Uptempo-Schüben hervorbrechende Crewparts, der Energie des Materials noch ein deutliches Plus verleihend. Man fühlt sich von dem deutlichen Crossover-Einschlag nicht gleich von der ersten Minute an gegen die Wand gedonnert und ahnt die Faust dennoch im Geiste nahen, wenngleich man sich von der eigens vorgenommenen Produktion hier und da noch mehr Druck zum Anfassen gewünscht hätte. Nichtsdestotrotz finden die BIOHAZARD-Verweise schon jetzt ebenso Anklang wie modern metallisches Gedankengut, vom eröffnenden „Detonate“ über das dick bollernde „New Era Of Insanity“ bis zum thrashigen Rüpelabgang „Settle The Score“ wird man mit lebendigen Undergroundklängen versorgt. Zur Komplettierung des ersten Eindrucks sind der EP schließlich noch zwei Live-Videos beigefügt, sozusagen zur visuellen Bestätigung der eigenen Vorstellungen. Dass FBAV hier in guter Laune und weiten T-Shirts zu sehen sind, geht zumindest mit meinen Vorahnungen auch weitestgehend d’accord.

Möglicherweise mag manchen das Gesamtpaket auch zu retrospektiv erscheinen, die Musikanten zu altbacken, aber mit einer ordentlichen Produktion, die neben dem schon recht passenden rohen Charakter auch noch eine Ecke mehr knallt, sollte in Zukunft auch das stählerne Bindeglied zwischen typischem NYHC-Faible und modernem Kraftakt deutlicher erscheinen. Vielleicht muss die auch nicht mehr allzu lange auf sich warten, denn mit „All Bets Are Off“ tauchen die Holländer quasi aus dem Nichts mit einem durchweg (auch technisch) soliden Start auf… da könnte noch einer gehen.

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