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FOUNDATION HOPE - The Faded Reveries

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Artist FOUNDATION HOPE
Title The Faded Reveries
Homepage FOUNDATION HOPE
Label COLD MEAT INDUSTRY
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Nach dem Debüt des Ambient Projektes FOUNDATION HOPE – „A Call to all Redeemers“ erschienen bei DIVINE COMEDY – steuerte der Niederländer Joep Smaling in den COLD MEAT INDUSTRY Hafen. Neben der Veröffentlichung zweier Beiträge zu einer Buch-CD über den Pariser Friedhof Pere Lachaise (STEINKLANG) erscheint nun mit „The Faded Reveries“ die dritte Veröffentlichung von FH. Die zwei ausverkauften Promos schließe ich mal aus, erwähne sie aber, den Komplettisten zuliebe, doch. Nicht nur die Aufmachung lässt darauf schließen, dass das Musikprojekt sehr gut in lichtloseren Regionen Europas aufgehoben ist. Auch die spezielle Zusammenballung dunkler Atmosphäre mit konzeptionell eindeutigen Referenzen musste das Projekt unweigerlich zu CMI führen.

Den Anfang macht ein Zitat Charles Bukowskis. Vielleicht wegen einer mit Bukowski gemeinsamen Neigung zur satirischen Überzeichnung ernster Momente oder wegen der beiden eigenen Verehrung Louise Ferdinand Célines wird dem Schriftsteller das Wort überlassen. Sphärische Schallwellenteppiche, unterbrochen von Synkopen, Rasseln und sakral-gregorianischen Gesängen, versuchen, den Hörern eines Genres, das sich durch den Versuch, eine nicht nach schnöder Aufmerksamkeit geifernde Stimmung zu erzeugen, subtiler Wirkungen gewiss ist, genau DAS abzuverlangen: Aufmerksamkeit. Desillusionierung ist das große Thema von „The Faded Referies“. Durch viele Samples über Gott, den Himmel, Krieg und Frieden soll die vermeintlich religiöse Illusion aufgedeckt werden. Das Konstrukt von Hoffnung soll zerplatzen. Eine Hoffnung, die nicht mehr ist als ein Trugbild, das uns Religion vorgaukelt. So wird zumindest das Konzept von FOUNDATION HOPE vorgestellt und die Namensgebung erklärt, die eine Persiflage auf die Fundamente der Hoffnung sein soll. Viele neoklassische Elemente in der Musik lassen jedoch alles etwas ernster wirken, als es vielleicht (?) intendiert wurde. Bei Joeps Internetpräsenz muss ich aber definitiv auf Humor tippen, da ich mir anders die Verlinkung einer gewissen Supersize-Hamburgerkette nicht erklären kann.

FOUNDATION HOPE stellen geistige Herausforderungen, denen die Musik beim besten Willen nicht gewachsen ist. Sicher liegt viel Kraft in den Sounds, doch ob der Genuss von „TFR“ den Schleier der Maya, bzw. der Matrix, zerreißt, wage ich zu bezweifeln. Nichtsdestotrotz ist die transportierte Stimmung gnostisch und mit einem Hang zum Pathos ausgestattet – kurzum nicht langweilig.

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