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FOUR LETTER LIE - A New Day

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Artist FOUR LETTER LIE
Title A New Day
Homepage FOUR LETTER LIE
Label VICTORY RECORDS
Leserbewertung
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Erfolgreich war das Jahr 2009 für die Labelbosse von Victory Records gewiss. Die neuen Eisen A DAY TO REMEMBER und Konsorten sind ja regelrecht wie eine Bombe eingeschlagen. Leider kann aber nicht alles so bombig sein und gewisse Outputs stehen in qualitativer Hinsicht deutlich hinten an. Trotzdem geht der vermeintliche Label-Siegeszug auch noch gegen Ende des Jahres weiter und diesmal liegt für uns der dritte Langspieler der Minnesota-Posthardcoreler FOUR LETTER LIE unterm Tannenbaum.

Unklar ist mir, ob man den Titel „A New Day“ bewusst zum Markieren eines stilistischen Wandels wählte. So wirklich umgekrempelt haben sich die Jungs nämlich nicht, man kann jedoch hier und da kleine Neuerungen verzeichnen. Das Album-Cover fällt mit einem toten Anzugträger, liegend in einer dunklen Gasse, düsterer und melancholischer aus – zumindest wenn man vergleichsweise die schrillen Artworks der Vorgänger begutachtet. Zudem verzichtet man bis auf eine Ausnahme ganz auf das emolastige Shout- und Clean-Wechselspiel. Selbst für den einzigen cleanen Song „My Surrender“ verzichtet Fronter Brian Nagan auf klare Vocals und lässt lieber Gastsänger Jesse Barrera (neben seinem Soloprojekt u.a. bekannt durch MY AMERICAN HEART) zu Wort kommen. Unterm Strich bleibt aber fast alles beim Alten. Der rockige Posthardcore-Emo-Mix geht immer noch locker ins Ohr und lässt sich beängstigend szenetauglich verarbeitet im erhabenen Victory-Stil vermarkten. Es hätte mich auch ehrlich gesagt gewundert, wenn das Label jemals etwas anbrennen lassen würde. Das Opener-Doppelpack „Daymaker“ und „We’re All Sinners“ hätte auch von UNDEROATH oder einer beliebigen anderen Band des Genres stammen können. Neu erfunden wird hier mal wieder rein gar nix. Zumindest bleibt die sonst sich penetrant aufdrängende Ballade dank permanentem Geschreie diesmal außen vor. Samples und Elektronik fehlen dafür wiederum nicht und werden wie bei „Key To The World“ im kompletten Konstrukt bis auf den Kern ausgelutscht. Leider ist auch wieder viel zu viel melancholischer Einheits-Quatsch mit von der Partie, da lässt sich kaum eine Komposition wirklich hervorheben. Ein kleiner Lichtblick ist da das bereits erwähnte „My Surrender“. An sich lupenreiner Radio-Alternative, der mit Nagans ernüchterndem Geshoute zwar zu versinken droht, durch Barreras angenehme Stimme glücklicherweise aber gerettet wird. Vielleicht bietet sich ja die Möglichkeit, den Sänger zu kicken und Jesse dauerhaft zu rekrutieren. Der hat doch deutlich mehr auf dem Kasten und, auch wenn ich sonst gegen die rotierende Szene-Maschinerie bin, stand FOUR LETTER LIE das gesangliche Wechselspiel besser zu Gesicht als die nun dargebotene Kreischorgie.

Bekanntlich entscheidet das dritte Album ja häufig über die Existenz der gesamten Mannschaft. Demnach wären FOUR LETTER LIE bei mir aufgrund der fragwürdigen Stilausbesserung (böses Cover, böses Gekreische… völlig unnötig), mit dem zusätzlich ein gesanglicher Qualitätsverlust einhergeht, und konventionellem Vermaktungs-Core knallhart durchgefallen. Aber was hat ein kleiner Rezensent schon zu sagen… nach wie vor sitzt das Label am langen Hebel und scheffelt die Kohle, die Kids freuen sich über einen neuen Emo-Output und alle sind zufrieden. Super!

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