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FRANK SCHÄFER - Krachgeschichten (Buch)

Artist FRANK SCHÄFER
Title Krachgeschichten (Buch)
Homepage FRANK SCHÄFER
Label ZWEITAUSENDEINS
Leserbewertung

FRANK SCHÄFER, Jahrgang 1966, lebt als freier Autor und Journalist in Braunschweig. In der niedersächsischen Tiefebene wurde der Mann auch musikalisch sozialisiert; als Gitarrist spielte Schäfer Ende der 1980er Jahre und Anfang der 1990er Jahre in der Heavy-Metal-Band SALEM’S LAW, der jedoch der große Durchbruch verwehrt blieb. Stattdessen schloss Frank sich der schreibenden Zunft an, er schreibt regelmäßig für den Rolling Stone, die Neue Zürcher Zeitung oder auch die taz. 2001 erschien sein Debütroman mit dem Titel „Die Welt ist eine Scheibe“ – Inhalt: Adoleszenz auf dem platten Land der achtziger Jahre zwischen Scheunenparty und Metal-Mucke.

Ein wenig schielen auch die jetzt veröffentlichten „Krachgeschichten“ in diese Richtung. FRANK SCHÄFER erklärt die Achtziger zum besten Jahrzehnt der Welt und versammelt auf 224 Seiten komische Anekdoten, böse Polemiken und dicke Hasstiraden neben zu Herzen gehenden Ehrenrettungen und seelenvollen Reminiszenzen an die wilden Anfangstagen des Hard Rocks und Heavy Metals. Außerdem wagt er einen umfassenden Blick auf eine schwarz gewandete, wild grimassierende und ziemlich splissgeschädigte Szene.

Der Leser erfährt in den „Krachgeschichten“ von den orgiastischen Ausschweifungen einer Metal-Kreuzfahrt, dem Stehvermögen der Veteranen auf dem Metal Hammer Paradise am Weissenhäuser Strand und dem Zauber des Wacken Open Airs, das in Zeiten der Pandemie kurzerhand in heimischen Gefilden nachgestellt wird – inklusive Stop-And-Go-Fahrt bei der Heimfahrt, um den Abreisestau detailgetreu nachzubilden. Hier und da werden auch die Besonderheiten bestimmter Alben in den Fokus gerückt, weiterhin gibt es eine eigene Abteilung „Hidden Tracks“ mit Anmerkungen zu weniger bekannten AC-DC-Songs. Das sind die Momente, in denen FRANK SCHÄFER relativ nah an einer Plattenrezension ist; viel spannender sind aber die kleinen, gelegentlich auch autobiografischen Stories, die sich um die Musik ranken und ein Lebensgefühl beschreiben, die man wohl am besten nachvollziehen kann, wenn man zu einer ähnlichen Zeit eine ähnliche Musik kennen- und lieben gelernt hat. Meine erste Langrille war IRON MAIDENs „The Number of The Beast“ und meine zweite Heimat der Osnabrücker Hyde Park…

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