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FREI.WILD - Feinde deiner Feinde

VN:F [1.9.22_1171]
Artist FREI.WILD
Title Feinde deiner Feinde
Homepage FREI.WILD
Label SPV
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.9/10 (39 Bewertungen)

Die Südtiroler FREI.WILD dürften mittlerweile auch bei etlichen Leuten bekannt (nicht beliebt!) sein, die mit deutschsprachigem, harten Rocksound gar nix am Hut haben. Die Jungs ecken ja gerne mal an, ob gewollt oder nicht, lassen wir hier mal dahingestellt, können aber seit einigen Jahren so ziemlich als Einzige sowohl musikalisch wie auch kommerziell die übergroße Lücke, die die BÖHSEn ONKELZ hinterlassen haben, ein wenig füllen. Das letzte Album „Gegengift“ rauschte auf Platz 2 in die Charts, trotz oder gerade wegen aller Gegenwinde in etlichen Möchtegern-Gutmenschpostillen, die lieber erst mal vor ihrer eigenen dreckigen Tür kehren sollten!

Eine weitere Parallele zu den Onkelz oder auch RAMMSTEIN, die ja ganz bewusst erfolgreich mit ihrem „bösen“ Image kokettieren. So verwundert es auch gar nicht, das mit Matt „Gonzo“ Röhr (ehemaliger Onkelz-Klampfer) hier ein mehr als passender Gastmusiker auftaucht. In Sachen pathetische Texte und Selbstbeweihräucherung sowie verbales Einhauen auf alle Kritiker steht man den Vorbildern in nichts mehr nach. Wer eingängige, metallische Fettrocker wie „Wir reiten in den Untergang“ oder „Wer nichts weiß wird alles glauben“ (herrlich wahr und ein fetter Stinkefinger in Richtung sogenannte Journaille – richtig so!), der kann derzeit zu Recht auf die Pole Position der Charts zielen. Die Vier Südtiroler werden immer kompromissloser, was für die Texte gilt, aber erst recht für die Musik. Die ist härter denn je, sprich metallischer. Dafür steht auch der starke Titeltrack. Aber auch die Refrains sind noch ausgefeilter als in der Vergangenheit. Der Ohrwurmfaktor ist immens hoch und feine Bläser wie in „Wer weniger schläft, ist länger wach“ runden das Bild nur positiv ab. OK, mit dem balladesk-schwülstigen „Aus Traum wird Wirklichkeit“ schippert man auch mal am Rande der UNHEILIG-Belanglosigkeit entlang, kriegt aber so gerade nochmal die Kurve. Auch die Reggae-Elemente in „Mach Dich auf“ und leichte Song-Plattheiten wie „Vorne liegt der Horizont“ heben das Niveau nicht gerade. Ob FREI.WILD es nun nötig haben, dermaßen verbal gegen die Angriffe aus Berlin (DIE ÄRZTE) und Düsseldorf (DIE TOTEN HOSEN) zu agieren und damit einen harten und tollen Rocker wie „Wir gehen wie Bomben auf Euch nieder“ runterzureißen, wage ich mal zu bezweifeln. Das riecht noch mächtiger (auch musikalisch) nach den Onkelz, die sich ja die gleichen Scharmützel mit den beiden obigen Combos geliefert haben, was mir einfach zu kalkuliert ist. Mit den Ska-Einschüben wie z.B.in dem starken „Oft bekriegt, nie besiegt“ schwenkt man in Richtung SONDASCHULE/ THE MOVEMENT, womit man seine Fanbasis bestimmt noch breiter aufstellen kann. Dass die Jungs auch textlich gehaltvolleres Fabrizieren können, zeigt das coole „Gutmenschen und Moralapostel“, Klasse! Wie man überhaupt zum Ende des 16-Trackers nochmal mächtig Fahrt aufnimmt und den etwas schlapperen Mittelteil der Scheibe fast vergessen lässt. Das zackige „Wir gehen Alle“ und das eher bedächtige, leicht epischere Schlußstück „Unendliches Leben“ überzeugen nochmal auf ganzer Linie.

Auch wenn man damit mächtig (kommerziellen) Erfolg hat, sollten FREI.WILD in Zukunft doch vielleicht mal etwas weniger auf dem BÖHSE ONKELZ-Pathos rumreiten, denn sie sind bewandert genug, um auch auf eigenen Beinen zu stehen. Am Ende des Tages erneut eine vielschichtige, starke Scheibe, um die DeutschRock/ NDH-Fans einfach nicht herumkommen!

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