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FREIZEICHEN - Neuwahl

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Artist FREIZEICHEN
Title Neuwahl
Homepage FREIZEICHEN
Label CITY MUSIK
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

FREIZEICHEN – war da nicht mal was? Richtig, mit ihrer Vorlage „Eckstein“ schafften OOMPH! vor einigen Jahren DEN großen Durchbruch, während die Duisburger weiterhin im Underground musizieren. Dagegen wird das Trio Vejvoda/ Straatmann/ Void aber wohl auch nichts einzuwenden haben, hat man es sich doch in der 80er-Retroecke sehr gemütlich gemacht. Auch für den Terrorverlag eine kleine Zeitreise in die eigene Vergangenheit, schön dass es in dieser schnelllebigen Zeit noch Konstanten gibt. Nach der Debüt-EP ist allerdings das erste Album „Besetzt“ (aus dem Jahre 2006) an mir vorbeigerauscht, versuchen wir es nun also mit einer „Neuwahl“. Dass diese nicht immer zu den gewünschten Ergebnissen führt, hat die Abstimmung in Hessen bewiesen, doch wir wollen hier nicht politisch werden.

Wobei… die Herren blödeln keineswegs nur in der Gegend herum, so kann und muss man den Opener „Ende der Eiszeit“ natürlich als bissigen Kommentar zur Klimakatastrophe sehen. Eine Vorliebe für Environment Themen zieht sich durch die gesamte Scheibe, ich assoziiere ein „apokalyptisches Werk von nerdigen Biologie-Studenten“. Und das ist NICHT negativ gemeint. „Gravitationsprobleme“ wartet dann mit Gitarren auf, mit punkiger Attitüde und Sprechgesang. Wetten, dass die Jungs auf SPLIFF stehen? Von den neuzeitlichen Kollegen ähnelt man beispielsweise SCHWEFELGELB, besonders durchdringend bei „Die Quadratur des Kreises“, wo auch der Gesang entsprechend ausfällt. Der ist übrigens sehr gelungen und eigenständig zu nennen, während man musikalisch oft ein wenig sperrig agiert. Erst nach mehreren Durchläufen zünden die meisten die Kompositionen. Dass man mit viel Spaß an der Sache agiert, das beweist der witzige Analog-Reggae-Ausflug „Räuber“, so einen Stilmix findet man nicht an jeder Ecke. „Das Maß an der Dinge“ schließlich ist der kleine Hit des selbstproduzierten Silberlings. Wabernde, hypnotische Strophen, dynamisch einsetzender Refrain – könnte sich zum Clubhit entwickeln.

Die 80er sind ja insbesondere musikalisch wieder en vogue, FREIZEICHEN können aber im Vergleich zum Gros der Konkurrenz auf eine bereits recht lange Biographie zurückblicken und die Erfahrung hört man dem Endprodukt auch jederzeit an. Stilistisch einheitlich, ohne sich allzu sehr zu limitieren, lyrisch hintergründig und kompositorisch vergleichsweise anspruchsvoll – hier drückt man gerne die Wahlwiederholung.

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