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FRIGHTDOLL - Assimilation Illusion

VN:F [1.9.22_1171]
Artist FRIGHTDOLL
Title Assimilation Illusion
Label QUANTUM RELEASE RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
2.0/10 (1 Bewertungen)

Schauderhaft schön. So könnte man das schwer elektronische Projekt FRIGHTDOLL bezeichnen. Mit „Assimilation Illusion“ geht der zauberhaft schreckliche Rotschopf in die zweite Runde. So weit ich sehen kann, ist der Ring allerdings frei. Warum auch sollte man gegen eine im Grunde genommen gute Sache ankämpfen? Vor allem, wenn so eine Evolution vorliegt. FRIGHTDOLL hat ihre Mischung aus Electronica, Industrial und Gothic sehr verfeinert. Noch immer sind die Sounds der Arcade-Spiele aus den 80ern sehr präsent. Aber das gehört einfach dazu, da die Lady aus Fort Lauderdale diese nun mal gern benutzt, um die düstere Stimmung ihrer Songs etwas zu heben. Auch die Computersprache der Texte ist geblieben und gehört hier einfach zur Kommunikation dazu.

Verändert hat sich aber dennoch einiges. Der Sound hat an Dichte und Härte dazu gewonnen, besonders aber auch an Emotion. So hat der Opener „Lost“ schon einige der schwermütigen Qualitäten vorzuweisen, die einst auch „Something I can never have“ von den NINE INCH NAILS auszeichneten. „Distant“ dagegen besitzt trotz des klar elektronischen Sounds etwas von der Zerbrechlichkeit der CRANES. Generell ist das interessante an „Assimilation Illusion“, wie harmonisch sich die ursprünglich abgehakten Kontraste zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Obwohl manche Aspekte der Musik fast klinisch rein klingen, schneiden andere dagegen tief in die Seele und plazieren einen heftigen Kloß der Einsamkeit und des Unbehagens im bereits leicht zugeschnürten Hals. Ein Kontrast zu der bedrückenden Melancholie ist die absolute Tanzbarkeit, die einige der Kompositionen vorweisen. So könnten zum Beispiel aus „Controverse“, „Leaving You“ und „Evolution“ gute Clubhits werden. Überhaupt ist die Musik wie für den Club gemacht. Das richtige Ekstase-Gefühl dürfte bei lautem hören durchaus bei dem einen oder anderen aufkommen. Dabei sollte nicht unter den Tisch gekehrt werden, dass die Zusammensetzung des Klangbildes durchaus anspruchsvoll ist.

Wer also auf härteren elektronischen Industrial steht, der sich vollkommen in den Ausdrucksformen eines technologischen Zeitalters bewegt, kann sich getrost mit diesem Album in eine eigene Cyberwelt begeben. Die ist zum Teil lebendiger als man denkt!

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