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FROG BOG DOSENBAND - Wir ham ne Fahne

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Artist FROG BOG DOSENBAND
Title Wir ham ne Fahne
Homepage FROG BOG DOSENBAND
Label REDFIELD RECORDS
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Männer mittleren Alters geraten gern in eine Midlife Crisis, stellen ihre Ehe infrage oder kaufen sich eine Harley. Andere erinnern sich stattdessen an die Band, die sie vor rund 30 Jahren als Spaßprojekt gegründet haben und schauen einfach mal, ob sie nicht mit einem weiteren Album noch mal so richtig im Music-Biz durchstarten können. Naja, ganz so ernst werden es die sechs Jungs von der FROG BOG DOSENBAND mit der Karriere im glitzernden Musikgeschäft wohl nicht meinen, aber Käptn Dampflok (Tasten), Kartoffeldräse (Gitarre), Weizen Kalle (Gitarre), Elfmeterdriene (Drums), Dr. Dr. Dräse (Gesang) und Linsendschisdre (Bass) wollen doch wohl zumindest mal eruieren, ob ihr Sound nicht auch außerhalb des Landkreises Osnabrück funktioniert.

Gegründet wurde die Kapelle in Kloster Oesede, jenem Ortsteil von Georgsmarienhütte, in dem auch meine Wiege stand. Die nächste kleine Großstadt Osnabrück war theoretisch ziemlich nah, aber der ÖPNV eine Katastrophe und wenn sich kein Fahrer fand, blieb man vor Ort und suchte eine adäquate Möglichkeit, sich die Kante zu geben. Die FROG BOG DOSENBAND lieferte dazu mit Veröffentlichungen wie „Wir lachen nur wenn’s richtig lustig ist“ (Demo-Debütkassette) oder auch „Polterei auf der Bounty“ (erste CD von 2002, im Eigenvertrieb wurden über 5.000 Silberlinge vertickt) den passenden Soundtrack zum ländlichen Besäufnis. Im Idealfall wurden die Songs allerdings live von der schrägen Truppe vorgetragen, die gerade erst den Rosenhof zweimal innerhalb von Minuten ausverkauft hat und auch für den Gig auf der Waldbühne Kloster Oesede gab es blitzschnell keine Tickets mehr. Nachdem die Konzerte pandemiebedingt ins kommende Jahr verlegt werden mussten, verkürzt der Sechser die Wartezeit der Fans jetzt mit dem jüngsten Studio-Output „Wir ham ne Fahne“, der passend zur Silvesterparty im kleinen Kreis (Corona sei es geklagt) das Licht der Plattenläden erblickt.

Tiefgründiges sollte man von der FROG BOG DOSENBAND nicht erwarten. Stattdessen darf bierselig mitgegrölt werden. Wer sich besinnlich ans unlängst begangene Christfest erinnert, wird mit „Weihnachten gibt’s auf die Fresse“ auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. „Dr. Pillemann (aus dem Hodenwald)“ gemahnt daran, dass die Herrschaften langsam auch in Jahre kommen, wo die Hilfe eines Urologen gefragt ist. Und wer nun zurecht denkt, dass man ähnliche Songs auch von den ANGEFAHRENEN SCHULKINDERN kennt, wird sich nicht weiter wundern, dass deren Fronter Heaven bei „Wochenende Alkohol“ mit von der Partie ist. Tatsächlich ist der Humor der Schulkinder und der FROG BOG DOSENBAND durchaus auf vergleichbarem Niveau angesiedelt. Weitere Gäste sind die ebenfalls in Osnabrück ansässigen MR. HURLEY UND DIE PULVERAFFEN, die dem Titeltrack „Wir ham ne Fahne“ ein wenig Piratenfeeling verpassen. „Morgen früh kommt der Auamann“ heißt es im Weiteren – gemeint ist ein alter Bekannter, der seit Jahrzehnten für schlechte Laune am nächsten Tag sorgt, jedoch spielt das gerade mal gar keine Rolle, deshalb: lass laufen den Hahn!

Gemäß dem Motto „Liedgut & Leergut“ gibt es übrigens im FROG BOG DOSENBAND Online-Shop auch verschiedene Produkt-Bundles inklusive des hauseigenen FROG BOG Dosenbieres! Somit steht einer großen Sause höchstens noch das verdammte Virus im Weg und auch abseits der bisherigen Fanhochburgen im Emsland und im Osnabrücker Land sollten sich neue Anhänger finden, die am durchaus abwechslungsreichen und handwerklich soliden Sound sowie dem pubertären Humor der FROG BOG DOSENBAND ihren bisweilen infantilen Spaß haben. Warum das Leben immer nur bierernst nehmen, wenn man es sich mit Bier auch gelegentlich mal schön saufen kann? Prost!

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