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FRONTLINE ASSEMBLY - Improvised Electronic Device

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Artist FRONTLINE ASSEMBLY
Title Improvised Electronic Device
Homepage FRONTLINE ASSEMBLY
Label DEPENDENT
Leserbewertung
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8.1/10 (9 Bewertungen)

Dass meine 244. Rezension für den Terrorverlag eine der schwierigsten wurde, hat erstens damit zu tun, dass CDs einer meiner Lieblingsbands immer etwas besonderes sind und zweites, dass das neueste Werk von FRONT LINE ASSEMBLY, welches auf den Namen „Improvised Electronic Device“ hört, sehr ambivalente Gefühle in mir auslöste.

Der Anfang hätte nicht besser sein können, der Titeltrack zaubert während der ersten 100 Sekunden die wohl düstersten und beklemmendsten Sounds seit den CHARLIE CLOUSER Tracks für „Saw 1“ in die Gehörgänge, um dann Songtechnisch den typischen Weg dieser Veröffentlichung zu gehen: Brachiale Gitarrenparts und eingängig strukturierte Refrains zeichnen dann einen Großteil der Tracks auf „I.E.D.“ aus. Insgesamt setzen FRONT LINE ASSEMBLY zum ersten Mal seit dem 93er Werk „Millennium“ wieder auf massiven Einsatz von Gitarren, die zu einem späteren Zeitpunkt der Produktion elektronisch veredelt wurden und dadurch „fremder“ und technischer klingen. Am besten ist dies bei „Release“ gelungen, dieser Song präsentiert sich impulsiv, brachial und hat das Zeug zu einem neuen Klassiker, ähnlich perfekt ist das Zusammenspiel zwischen Elektronik und Gitarre auch bei „Laws of Deception“. „Pressure Wave“ zeugt von einer bedrohlichen musikalischen Hetzjagd und auch der Track „Angriff“ von der Vorabsingle überzeugt voll und ganz. Mit seinen ruhigen Pianoklängen zu Beginn lockt er den Hörer nicht nur auf eine falsche Fährte, sondern baut mit diesen sehr melodischen Klängen, ebenso wie „Afterlife“, auch eine Brücke zu der recht ungewöhnlichen VÖ „Civilization“. In diesem Zusammenhang dürfen auch „Hostage“ und „Shifting through the lens“ nicht unerwähnt bleiben. Eine weitere Parallele zu „Artificial Soldier“ ist wieder das Auftauchen eines musikalischen Gastes. Niemand anders als Mr. Al Jourgensen lieh „Stupidity“ seine Stimme und machte einen typischen schnellen MINISTRY Stomper daraus.

Trotz all dieser positiven Eindrücke tat ich mich mit „I.E.D.“ sehr schwer. Dieses Album gehört zu den am perfektesten produzierten Werken der Szene (wie im Grunde immer bei FLA). Dies ist aber in meinen Augen auch der große Schwachpunkt, „I.E.D.“ ist ein starkes Album, ohne Frage, aber bei aller Perfektion bleiben etwas der Instinkt und vor allem die Seele dieser Produktion auf der Strecke. Fast scheint es so, dass Bill zu viel Routine erlangt hat und den einzelnen Kompositionen ein Schema F, eine Schablone, verpasst. Zu berechenbar und geplant wirkt alles. Während „Hard Wired“ und z.B. auch „Implode“ ein richtig fieser „Schlag in die Elektrofresse“ war, scheint seit „Civilization“ ein wenig der Weichspüler beigemischt zu sein. Dennoch insgesamt und subjektiv ein tolles Album.

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