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FROZEN PLASMA - Artificial

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Artist FROZEN PLASMA
Title Artificial
Homepage FROZEN PLASMA
Label INFACTED RECORDINGS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.0/10 (3 Bewertungen)

Songwriter und Vollblutmusiker Vasi Vallis (REAPER und Ex-NAMNAMBULU) ist immer für Überraschungen gut. Nach der plötzlichen Auflösung der Band durch Sänger Henrik Iversen im letzten Jahr entschloss er sich den typischen NAMNAMBULU-Sound mit FROZEN PLASMA fortzuführen und konnte dazu den Sänger Felix Marc (DIORAMA Keyboarder, Produzent, Backgroundgesang) gewinnen. Der Erfolg der ersten Hitsingle „Hypocrite“ bestätigte die gute Wahl und besiegelte die kreative Zusammenarbeit beider Künstler. Lang erwartet steht nun das Debütalbum „Artificial“ in den Startlöchern, um sich rotierend in die Gehörgänge aller Zweifler, Ex-NNB-Fans und neuen Hörern zu fressen.

Eine der auf 250 Stück limitierten, runden, handsignierten und schwarz-schimmernden CD-Boxen darf ich nun mein eigen nennen. Zu dem Special-Artwork gehört auch ein ausführliches Booklet mit allen Songtexten in schlichter, edler Aufmachung. Schon die ersten Töne des Openers „Irony“ klingen unverkennbar nach NNB. Wunderbar melodiös, gefühlvoll und tanzbar. Der Widererkennungseffekt ist zweifellos da! Die eingängige Melodie, Felix warmer, gefühlvoller Gesang und der mitreißende Refrain überzeugen gnadenlos. Die anspruchsvollen Texte sind ein auffälliges Merkmal im Projekt FROZEN PLASMA. Mit vielen Emotionen, dunkler Melancholie und den dazu konträr klingenden, positiven Melodien entsteht eine ganz besondere und einzigartige Atmosphäre, die Felix Marc mit seiner weichen Stimme besonders gut zu transportieren vermag. Verspielte Melodien und tragende Synthie-Klänge folgen im schnellen und tanzbaren Stück „Crossroads“, einem kraftvollen Song für die Tanzflächen der Clubs. Als Hommage an die guten alten Zeiten und analoge Synthesizer dient das ebenfalls extrem tanzbare Instrumental „1980“.

Das Intro zu „War/ Flashbacks“ besteht aus einem Ausschnitt einer George W. Bush-Rede, der sich passend zum Thema Krieg auch innerhalb des Songs wiederholt. Der Gesang wirkt hier weniger zurückhaltend, dafür verzweifelt, anklagend und aufrüttelnd. Mit „A Second of Life“ folgt nun einer meiner absoluten Favoriten und demzufolge auch Anspiel-Tipp. Ein Song zum Versinken, tief melancholisch, fast schon schmerzhaft traurig, indem allein die zerbrechlich warme Stimme für langanhaltende Gänsehaut sorgt. Die besondere Atmosphäre, Stimmung und Dichte des Songs gehen kräftig unter die Haut! Lockere Beats und die typisch tanzbaren Klänge in „A Generation of the Lost“ entlassen einen aus der wohligen Starre, lassen dennoch ein Stück Wehmut zurück, welche in „Home“ endgültig verfliegt. Druckvoll mit ungewöhnlich tiefer Stimme startet das Stück, das allein aus Felix’ Feder stammt. Spätestens hier wird man von Abwechslung und Wandelbarkeit der Songs überzeugt sein. „Betrayed“ werden die Single-Käufer bereits als B-Seite kennen. In einem Remix der erfolgreichen texanischen Electro/ Synthie-Popper IRIS klingt es doch ähnlich der Originalversion, die durch ihre ruhige Atmosphäre besticht. Das recht ungewöhnliche, experimentelle Instrumental „Unborn Faith“ erschließt sich einem nicht beim ersten Hören, überzeugt später aber durch verzerrte Gitarren und viele feine Details. Natürlich darf die erste Single „Hypocrite“ nicht auf dem Album fehlen, und so können sich auch all diejenigen daran erfreuen, die nicht zu den Vorabkäufern gehörten. Die melodische Instrumentierung, die Leidenschaft und der tanzbare Electro-Pop-Sound bescherten FROZEN PLASMA einen DAC-Charts-Erfolg und Clubhit. Nochmal richtig tanzbar zur Sache kommt „Condense“ mit stampfenden Beats und bedrohlich hartem Klang daher. Beim zweiten Song aus Felix Marcs Repertoire ist hier der grandiose Refrain zu erwähnen, der mit der Textzeile „Let your Rain fall down…“ garantiert zum Mitsingen bewegt. Das letzte Stück ist wieder etwas für das Herz: „A Second of Life“ in der extended chillout Version! Einfach nur schön und genau richtig zum Runterkommen, um dann das Album sofort wieder neu zu starten.

12 Songs, die mich wirklich tief beeindrucken und begeistern. Es passt einfach alles zusammen, die bekannten und neuen Klänge weisen eine Weiterentwicklung nicht von der Hand, aber es ist trotzdem all das und noch viel mehr, was mich schon damals an NNB gereizt hat. Ob FROZEN PLASMA eine würdige Nachfolge antritt, muss jeder für sich entscheiden. Für mich allerdings sind NAMNAMBULU (eine schöne) Vergangenheit, FROZEN PLASMA aber die Gegenwart und hoffentlich auch die Zukunft! Einige Festival-Auftritte sind bereits bestätigt und ab Oktober geht es dann auf Tour zusammen mit IN STRICT CONFIDENCE. Nicht verpassen!

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