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FUNKER VOGT - Revivor

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Artist FUNKER VOGT
Title Revivor
Homepage FUNKER VOGT
Label SYNTHETIC SYMPHONY/ SPV
Leserbewertung
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8.0/10 (3 Bewertungen)

Die Rattenfängerstadt Hameln ist mir schon seit geraumer Zeit ans Herz gewachsen. Nicht genug, dass der berühmte Terrorverleger und Buchautor Micky Chole aus diesem verträumten Örtchen stammt, nein, auch FUNKER VOGT, eine DER deutschen Elektroinstitutionen hat dort ihren Stammsitz. Ihre letzte reguläre CD „Survivor“ war relativ erfolgreich, vielleicht auch eine Folge der leichten Kurskorrektur hin zu mehr Eingängigkeit und Gitarreneinsatz. Nicht mal ein Jahr danach legen Gerrit Thomas und Co. bereits eine Art Addendum zu dieser CD mit dem vieldeutigen Namen „Revivor“ vor. Wie viele andere Elektrobands auch verfällt man dabei dem Remixwahn, hat in der Hinterhand aber immerhin ein schlüssiges Konzept. Sämtliche Tracks (außer „Fallen Man“) wurden noch einmal durch den synthetischen Wolf gedreht, so dass man wirklich „Value for Money“ bieten kann.

Dabei bilden Neuinterpretationen namhafter Acts den Hauptteil der Scheibe, dazu kommen überarbeitete Versionen von FV selbst und ein ganz besonderes Stück als Opener der Scheibe. Zusammen mit der Szene-Zeitschrift „Zillo“ wurde zu einem Remix Contest aufgerufen, „Final Thrill“ sollte das Objekt der Begierde sein. Sieger wurde Christian Michael (FLATLINE), der einen wirklich professionellen und abwechslungsreichen Mix vorlegte. Seine etablierteren Kollegen bewegen sich mit ihren Arbeiten im Rahmen dessen, was zu erwarten war. ICON OF COIL machen aus „History“ einen einschmeichelnden Future Pop-Song, AGHAST VIEW geht ein wenig beatlastiger und aggressiver zur Sache. Den Vogel schießen meiner Meinung nach die Engländer XPQ 21 ab, sie verwandeln „Faster Life“ in einen PRODIGY-artigen Stampfer mit wilden Tempiwechseln. Ganz im Gegensatz dazu steht die Arbeit von T.O.Y. Volker Lutz verpasst der roten Königin ein entspanntes Pop Lied-Kleidchen mit unterschwelligem Reggae-Appeal, das man wahlweise als gekonnt oder seicht bezeichnen kann, je nachdem wie man zu seinen eigenen Arbeiten steht. Die übrigen Protagonisten schließen sich mit ausgefeilten aber auch nicht unbedingt außergewöhnlich innovativ klingenden Arbeiten an.

Wer zu den ganz schnellen gehört, ergattert vielleicht die auf 2000 Stück limitierte Edition, auf der sich zusätzlich vier weitere Zillo-Contest-Teilnehmer als MP3-Versionen befinden (bzw. ihre Arbeiten), sowie Schlüsselanhänger, Aufkleber und Postkarten. Insgesamt für Fans der Gruppe eine sehr lohnenswerte Anschaffung, die „Survivor“ als eine Art tanzflächenkompatiblerer Zwilling begleitet. Wen Remixe schon immer nervten, wird dagegen auch um diese Veröffentlichung einen weiten Bogen machen.

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