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G.O.D. - Back to the 80s unplugged

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Artist G.O.D.
Title Back to the 80s unplugged
Homepage G.O.D.
Label BROKEN SILENCE
Leserbewertung
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7.5/10 (2 Bewertungen)

Ehrlich gesagt, so was ist mir noch nicht untergekommen (wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt). Da liegt diese CD von GARDEN OF DELIGHT (kurz G.O.D.) im Player, und ich bin bei so gut wie jedem Track aufs Neue angetan, Hits (und auch Unbekannteres bzw. Vergessenes) aus den 80ern im Celtic Rock-Gewand zu hören. Wenn man mal über die etwas eigenartigen Intros hinwegsieht, die unter anderem die Titelthemen von 80er-Jahre-Serien wie „Dallas“, „A-Team“, aber auch Älteres wie „M*A*S*H“ oder „Detektiv Rockford“ anstimmen, findet man zum größten Teil witzige Neuinterpretationen von Material aus den 80ern, bei denen vor allem angenehm auffällt, dass G.O.D. nicht einfach nur Bewährtes nachspielt, sondern unter anderem „In the Dutch Mountains“ von THE NITS oder den weitgehend in Vergessenheit geratenen DEPECHE MODE-Hit „Stripped“ präsentiert (Nun sooo vergessen würde ich den nicht nennen, Anm. des Chefred.). Noch kurioser ist die Auswahl von „My Soul Unwraps Tonight“ von SAVAGE PROGRESS, die nach diesem halben Hit für immer in der Versenkung verschwunden zu sein scheinen, sowie „The Damned Don’t Cry“ von VISAGE, wo doch der durchschnittliche 80er-Jahre-Hörer der irrigen Meinung sein dürfte, dass eben jene nach „Fade to Grey“ nie wieder eine Single veröffentlicht haben. (Angesichts dieser ungewöhnlichen Titelauswahl vermisse ich eigentlich noch den Song „John Wayne Is Big Leggy“ der „legendären“ Band HAYSI FANTAYZEE.)

Unter diesem Aspekt ist das alles ziemlich unterhaltsam. Aber… Aber am liebsten möchte ich die CD auf Dauer doch aus meinem Player verbannen, weil sonst meine neuerworbene Banjo-und-Mandolinen-Allergie wieder ausbricht, die ich diesem Werk zu verdanken habe. Der Grund? Ganz einfach: Für drei bis vier Minuten kommt diese Celtic Rock-Variante kurzweilig und unterhaltsam rüber, aber auf Albumlänge und damit 15 Tracks ausgeweitet, macht diese Musik nach ziemlich kurzer Zeit nur noch eines: Sie… NERVT! Das Problem (zumindest nehme ICH das als solches wahr) hat zwei Ursachen. Zum einen offenbart gitarrenlastige Musik wie die von ZZ TOP oder Synthesizerdominiertes à la DEPECHE MODE sehr schnell die spärliche musikalische Bandbreite, die ein Banjo zu bieten hat, und bei treibenden Gitarrenriffs wie denen von „Sharp Dressed Man“ wird das hektische Gezupfe dann doch sehr schnell zu einem Synonym für das Album insgesamt, denn die Töne zupfen ihrerseits nach einer Weile an den Trommelfellen, den Nervenbahnen und den Gehirnzellen des geneigten Hörers. Womit wir auch schon bei der zweiten Ursache für die „Nervigkeit“ des Albums insgesamt sind: G.O.D. haben die Songs aus den 80ern nicht für den Celtic Rock neuinterpretiert, sondern eigentlich nur exakt in dem Stil aufgenommen, in dem schon die Vorlagen entstanden sind. Hier wäre etwas mehr Fantasie und viel mehr Kreativität nötig gewesen, um aus „Mad World“ von TEARS FOR FEARS oder „Don’t Go“ von YAZOO etwas Eigenes zu machen, aber eben nicht verbanjote und vermandolinte Kopien der Originale. (Wie man so was wirklich gut machen kann, das zeigen zum Beispiel SENOR COCONUT und auch THE BALANESCU QUARTET, die auf ihren Alben KRAFTWERK-Titel mal südamerikanisch, mal als Streicherquartett interpretieren.)

Das Fazit? Zweischneidig: Als Album zum Durchhören zu strapaziös, da zu eintönig, aber (fast) jeder Titel für sich allein genommen hörenswert.

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