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GALERIE SCHALLSCHUTZ - Montauk Project

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Artist GALERIE SCHALLSCHUTZ
Title Montauk Project
Homepage GALERIE SCHALLSCHUTZ
Label TESCO
Leserbewertung
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8.0/10 (7 Bewertungen)

Vielleicht ist der Leser schon vor drei Jahren über GALERIE SCHALLSCHUTZ gestolpert, als sie ihr Album „Haarp“ herausgebracht hat, oder aber erst wie ich per Zufall, anlässlich der neuen Veröffentlichung „Montauk Project“. Ich gestehe, dass das Mannheimer Label Tesco mir in erster Linie wegen SOL INVICTUS bekannt ist, daher war ich gespannt darauf, was die Organisation noch so vertreibt.

Wir haben mit „Montauk Project“ einen Silberling mit stark thematischem Bezug vorliegen, auch wenn bis auf zwei Ausnahmen keinerlei Lyrics verwandt werden. Bei besagtem Projekt handelte es sich laut div. Verschwörungstheorien um eine geheime Forschungsbasis auf der südöstlichen Spitze von South Island, NY, in der in den 70er und 80er Jahren diverse Experimente bezüglich elektromagnetischer Gedankenkontrolle (die Gedanken von Millionen von Amerikanern sollen hier festgehalten worden sein), sowie der Zeit an sich durchgeführt wurden. Alles natürlich top secret, und wenn man tiefer in die Materie einsteigt, klingt alles viel zu abgefahren, als dass es wahr sein könnte, aber anscheinend gibt es doch einige bestätigende Beweise. Die CD kommt zum interessierten Konsumenten in einem dekorativen Paket mit einer exklusiven GS-3D-Wackelkarte; das Motiv, was auf die CD selbst gedruckt ist, lässt meine Kombinationsgabe auf Hochtouren laufen, bevor ich überhaupt den ersten Ton gehört habe: die Grafik erinnert mich an diese Kupferplatten, die anno was-weiß-ich von irgendwelchen tollkühnen Wissenschaftlern in den Weltraum katapultiert wurden, um extraterrestrisches Leben auf uns aufmerksam zu machen. In diese sind stilisierte Menschen graviert, sowie andere entblößende Gimmicks, wie DNS-Zusammensetzung etc. Was erwartet den Hörer also?

Knapp 69 Minuten lang wird er auf einen Teppich aus Störgeräuschen und dem flackernden Pulsieren eines StarTrek Warpkerns gelegt. Manchmal wenn es nicht ganz so abstrakt klingt, erinnern die Soundcollagen an prasselnden Regen auf ein Blech oder irgendeine Tätigkeit wird ausgeführt, wie bei Track 5: vielleicht schneidet jemand etwas aus, schnürt ein Willkommenspaket für außerirdisches Leben zusammen? Es wirkt alles eher bedrohlich als entspannend – etwas beklemmend wird’s, wenn plötzlich ein verzerrter Schrei einen anderen Track eröffnet. Einige Dark Ambient Projekte beschwören bei mir Assoziationen mit Filmen herauf, in diesem Fall, liegt einer absolut auf der Hand: „The Astronaut’s Wife“. Wenn z.B. der von Johnny Depp gespielte Astronaut sich nächtelang mit einem Radio in ein Eck kauert, aus dem nur verstörende Geräusche dringen – hey, er könnte genauso GALERIE SCHALLSCHUTZ hören. Seine Frau wäre genauso verängstigt, wenn sie ihn so auffinden würde. Aliens sind böse, sie wollen die Menschheit versklaven. Und wir schicken seltsame unsichtbare Wellen und sehr sichtbare Flugobjekte ins All. GALLERIE SCHALLSCHUTZ verschiebt hier einen Regler und fügt da ein interstellares Keuchen ein. Bizarr, manchmal monoton (nicht negativ), hypnotisch und ziemlich düster ist der Eindruck, den „Montauk Project“ hinterlässt. Und der letzte Track noch zusätzlich einen nachdenklichen Nachgeschmack: ein (deutlich zu verstehender) Sprecher klärt hier über die subtile Suggestionskraft auf, die von Geräuschen ausgeht und verstummt dann. Welche Codes wurden mir beim Hören des Albums eingraviert? Vielleicht macht nur mich die CD paranoid, aber sie ist nicht ohne, das steht fest.

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