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GALLOGLASS - Heavenseeker

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Artist GALLOGLASS
Title Heavenseeker
Homepage GALLOGLASS
Label LIMB MUSIC PRODUCTS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

SO muss eine CD aufgemacht sein und nicht anders! Besser als die zweite GALLOGLASS-Scheibe „Heavenseeker“ kann man eine CD optisch nicht mehr gestalten – ohne vollends den Kostenrahmen zu sprengen (HIM oder DISTURBED mit ihren fetten Digi-Books kosten ja schon deutlich über 20 Euronen)! Natürlich genießt nur der Besitzer der Limited Edition diesen Luxus. Also erst mal hätten wir da ein dickes Doppel-Digibook zum Aufklappen, welches außen mit feinem Artwork versehen ist und beim ersten öffnen mit stimmigen Bandfotos von Fotograf Morti (Sänger von KREON) versehen ist. Kleiner Faux Pas allerdings: Auf dem rechten Pic ist Gitarrist Kai (ex-DESOLATION) weggeschnitten, nur der Arm ist noch zu sehen! Da haben wohl ein paar Leute gepennt… Beim zweiten Aufklappen offenbaren sich Bildunterlegte CD-Trays sowie illustrierte Bookletfächer. Rechts stecken noch ein Riesenposter und ein Aufkleber mit dem Coverartwork, links steckt das seeehr opulente Booklet. Auf 24 Vollfarbseiten erhält man alle Texte, sämtliche Background-Infos zu der Scheibe UND zu der DVD, geil eingefasste Bandpics und Einzelportraits, Linernotes zu jedem Track (sogar zu den beiden Bonustracks) und einen History-Abriss über die Bandgeschichte. Das alles macht natürlich noch keine geile Mucke, stellt aber so gut wie alle anderen Genre-Veröffentlichungen schon mal rein optisch in den Schatten.

Musikalisch hat man sich zum Erstling „Legends from Now and Nevermore“ sehr wohl verbessert (was ja in anderen Gazetten anscheinend nicht ganz geblickt wurde…), zudem geht es auf dem Zweitling wesentlich thrashiger zur Sache und auch Vocalist Carsten Frank jubiliert nicht mehr permanent in höchsten Regionen, was den Gesamtsound schon mal wesentlich abwechslungsreicher gestaltet. Logischerweise können wir es bei einer LMP-Klamotte nur mit melodischem Power Metal zu tun haben. Da reihen sich GALLOGLASS nahtlos in die Riege um RHAPSODY/ MOB RULES/ WIZARD/ BURNING POINT etc. ein. Bei dieser Qualität ließ es sich auch ein gewisser Herr Jeff Waters (Mr. ANNIHILATOR) nicht nehmen, ein Gastsolo beizusteuern! Schaut euch diese witzige Veranstaltung auf der beiliegenden DVD an! Auch Curran Murphy (ex-NEVERMORE, ANNIHILATOR) fiedelt sich einen auf seiner Axt zurecht für einen Track. Melodic Epic Power Metal steht auf dem Sticker zur Limited Edition, kann man so stehen lassen. Epic allerdings nur ansatzweise, denn mit Bombast-Schwurbel à la neuere RHAPSODY haben die Hannoveraner zum Glück nichts am Hut! Da regiert doch eher die speedige oder gar thrashige Keule. Gleich der Doublebass-Opener „Burden of Grief“ zieht voll vom Leder, hat gleich am Anfang mal ein schönes Gniedelsolo von Norbert “Nobby“ Geiseler und besticht mit einem sehr feinen Chorus. Geile Backings auch! Die nervösen Füße von Schlagwerker Arnd Lorenz stehen nicht still, und der Bass wummert einen fetten Groove. Lediglich die Keyboard-Parts hätten ein wenig dezenter gemischt werden können. Das gelingt im noch schnelleren „After Forever“ besser. Geil-dramatische Chorgesänge im Hintergrund, feine Violinenparts, thrashige Vocals, sogar Deathiges Gebrunfte im Hintergrund des fein gesungenen Chorussen… Ihr seht, hier gibt es in einem Song mehr zu entdecken als bei anderen Bands auf einem ganzen Album! Bei aller Melodie bleiben die Herren allerdings jederzeit aggressiv genug, um den Hörer zu packen. Aggressiv ist das passende Stichwort für das folgende „Perish in Flames“. Nahezu NEVERMORE-thrashig wird hier losgerattert, als ob der Dark Angel hinter ihnen her wär. Donnerfuß Arnd kommt einfach nicht zur Ruhe… Und das soll sich auch bei dem mit großen Backings ausgestatteten „Dawn of a New Age“ nicht ändern, auch wenn das Tempo hier etwas moderater ausfällt und man mit MAIDEN-artigen Doppelläufen aufwarten kann. „Banished from Eternity“ klingt NICHT nach BLIND GUARDIAN und ist vertrackter angelegt. Erinnert ein wenig an NIGHTWISH auf Grund der Backings und kann mit geilen Female-vocals im Chorus punkten. Kein Wunder bei Gast-Gitarrist Jeff: Zur Mitte hin wird ANNIHILATOR-mäßig Stakkato-artig gehoppel-thrasht (jaja, mir geht’s noch gut… hü) und ein paar Deathige Vocals sowie feine Violinenparts veredeln dieses Stück. Eher unspektakulär tönt dann „At the Shadowcross“ daher, Power Metal der gehobenen Kategorie von der Stange, gleiches gilt für „To Kneel is to Suffer“. Pulver schon verschossen Jungs?

Mitnichten! Mit der THRASH-Granate „Heavenseeker“ wird man wieder wachgerüttelt. Härtester und geilster Track der bisherigen Bandgeschichte! Erneut großartiger Chorus mit geilen Backings und feinen Soli. HIT! Und ein Banger vor dem Herrn! An dem ebenfalls thrashigen „Signs“ bastelte man auf Grund der eingefügten Soundtrackelemente Ewigkeiten herum, bis es so gut passte, wie hier nachzuhören ist. Passend zum Gast-Gitarristen Numero Zwo, Curran, geht „Beyond the Mirror“ voll nach vorne und thrasht nah am Titeltrack. Ebenfalls HIT und schwer zum Matte schütteln mit geilem Moshpart im Mittelteil. Den letzten regulären Track „Kings who Die“ gab es in der Ur-Version schon auf dem 2000er 3-Track-Demo, für „Heavenseeker“ wurde das Stück allerdings überarbeitet und ist einem gerade verstorbenen Freund der Band gewidmet. Nach wie vor eine sehr feine Halbballade, die zeigt, das Vocalist Carsten auch ruhige Songs mit seiner feinen Stimme veredeln kann. Klasse Performance, Mann! Große Chöre verfeinern diesen schönen Song ebenso, wie die dezenten Violinenparts. GALLOGLASS können also mehr, wie nur permanent Vollgas geben. Für alle die es noch nicht wussten… „Golden Years“ und „Fragments“ sind dann typische Bonustracks. Nett aber eigentlich unspektakulär. Obwohl mir gerade ersterer besser gefällt, wie „At the Shadowcross“ und der zweite wieder ein fetter Thrasher ist! Egal, Ihr müsst euch eh die Limited Edition holen, hehe. Produziert wurde die Scheibe im übrigen von Nobby und Carsten im Bandeigenen Studio! Und von einem solchen Ballersound können sich einige gestandene Produzenten mal noch was abhören, besser kann man diese Art von Mucke nicht auf Silberlinge bringen! Hut ab!

Auf der beiliegenden DVD bekommt der Käufer noch mal die Vollbedienung mit einem kompletten einstündigen Konzert, Mitgeschnitten am 18.06.2004 in Wilhelmshaven bei einem Gig mit MOB RULES. Sound und Licht sind Top, dafür das der Gig eigentlich lediglich für Privat mitgeschnitten wurde und ursprünglich nicht für eine Veröffentlichung gedacht war. Hauptaugenmerk lag damals natürlich auf der ersten Platte, aber auch ein paar Songs von „Heavenseeker“ tauchen schon auf. Die proppevolle Halle (800 Nasen wohl!) geht voll mit. Ein Gruß an all die bekannten Banger in der ersten Reihe! Man bedenke: All dies gibt es bei der Scheibe obendrauf für Lulli! Desweiteren gibt es noch ein über halbstündiges Making-Of, welches sehr witzig geraten ist und was man sich im Gegensatz zu anderen Making-Ofs auch gerne öfter ansieht! Nicht nur wegen Jeff Waters einmaligen Einlagen. Alle Bandmitglieder kommen zu Wort und plaudern frei von der Leber weg. Impressionen vom kultigen Fotoshooting mit Morti gibt es auch, ebenso eine Slideshow. Somit also zu 60 Minuten geiler Mucke noch mal knapp 2 Stunden Bonusmaterial, mehr geht nicht! Gehört in jeden vernünftigen melodic-Metallerhaushalt!

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