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GARY NUMAN - Machine Music: The Best of Gary Numan (2-DVD)

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Artist GARY NUMAN
Title Machine Music: The Best of Gary Numan (2-DVD)
Homepage GARY NUMAN
Label MORTAL RECORDS
Leserbewertung
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1.9/10 (8 Bewertungen)

Es wurde Zeit, dass das NUMANsche Oeuvre in Sachen Video endlich mal auf DVD veröffentlicht wird, und bei der Ankündigung von „Machine Music“ konnte man sich eigentlich schon freuen, dass es endlich geschieht. Was jetzt auf einer Doppel-DVD vorliegt, ist zwar auch sehr erfreulich, aber leider nichts Halbes und nichts Ganzes. Gerade mal 21 Videoclips sind auf DVD 1 zu finden, die mit „Cars“ beginnt, seiner zweiten Nummer 1 nach „Are ‚Friends‘ Electric?“ (die formal betrachtet keine NUMAN-Veröffentlichung ist, erschien sie doch noch unter dem Bandnamen TUBEWAY ARMY), und die mit dem BATTLES-Track „My Machine“ endet. So weit, so gut.

Da GARY NUMAN das Pech hatte, seine größten Hits in der Vor-MTV-Ära zu landen, waren die Clips vor allem in seiner britischen Heimat bekannt, während sie an den Bewohnern auf dem Kontinent weitgehend unbemerkt vorbeigingen. Da freut es, wenn diese Videos nun endlich mal auf DVD versammelt vorliegen. Allerdings klafft in der Sammlung eine kapitale Lücke, die die Jahre 1986 bis 1997 umfasst, mehr oder weniger jene Zeit, in der NUMAN völlig in Vergessenheit zu geraten drohte. Warum ein ganzes Jahrzehnt ausgeklammert wird, ist mehr als rätselhaft, zumal diese Phase seinen Wandel von der Synthesizer- zur Gitarrenlastigen Musik dokumentiert hätte. Es fehlt dabei auch die durchaus erfolgreiche Arbeit mit Bill Sharpe von SHAKATAK. So endet der erste Teil der Geschichte mit „Call Out the Dogs“, also einem noch Key-betonten Song, und dann befindet man sich gleich darauf bei „Dominion Day“ schon mitten im düsteren Gitarrengeschwurbel mit Heavy Metal-Note, was gelinde gesagt ziemlich verwirrend rüberkommt, wenn man nichts von der Alben aus der Zeit dazwischen mitkriegt.

Konsequenter wäre es da schon gewesen, den beiden verschiedenen Stilrichtungen je eine eigene DVD zu geben – auch mit Blick auf die Fangemeinde, die man ja doch eher als gespalten bezeichnen kann. Einige Hartgesottene nehmen natürlich alles mit, was von NUMAN kommt, diese Fans findet man überall. Aber für viele endet die Begeisterung für den frühen GARY NUMAN irgendwann in den 90er Jahren, als klare Keyboardklänge und ein ebenso prägnanter Gesang etwas wich, was man boshaft als Gitarren- und Stimmbrei bezeichnen könnte, was aber eine ganz neue Fangeneration auf NUMAN aufmerksam werden ließ, die ihrerseits mit dem alten Kram nicht viel anzufangen weiß und den Metal-Sound viel mehr schätzt.

Die zweite DVD ist eine Raritätenfundgrube mit TV-Auftritten, die bis ins Jahr 1979 zurückreichen und alle seine erfolgreichste Phase in der Musikwelt betreffen – was diese Doppel-DVD damit vor allem zu einem Leckerbissen der Fans des „alten“ GARY NUMAN macht. Als Extra findet sich auch noch ein Interview mit dem Meister persönlich, was dieser Veröffentlichung eine Gesamtlaufzeit von stolzen 215 Minuten beschert. Wenn man von der eklatanten Unvollständigkeit absieht (aber die DVD heißt ja auch „The Best“ und nicht „The Complete“), dann ist das Ganze eine brauchbare Übersicht des maßgeblichen New Wave-Wegbereiters, der zahlreichen anderen Bands und Interpreten den Weg zum Erfolg geebnet hat, dabei aber selbst ein wenig unter die Räder kam und nie mehr an seine Glanzzeiten anschließen konnte.

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