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GEBHARDT - Geb Heart

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Artist GEBHARDT
Title Geb Heart
Homepage GEBHARDT
Label APOLLON RECORDS
Leserbewertung
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„Geb Heart“ ist das erste Solo-Album des in Italien lebenden norwegischen Solo-Künstlers GEBHARDT aka Håkon Gebhardt (Ex-MOTORPSYCHO-Drummer).  Für seinen Erstling hat der Norweger seinen angestammten Platz hinter der Schießbude verlassen und fast alles selbst gemacht: schreiben, komponieren, Gitarren und Keyboards spielen, trommeln, singen, an den Gesangsharmonien feilen, produzieren, mischen, Loops schneiden und einfach nur herumspielen, Einzig den Bass hat er seiner Frau Marì Simonelli überlassen und auch bei den Lyrics hat sie ihn unterstützt. Entstanden ist eine abwechslungsreiche Platte im Spannungsfeld zwischen Alternative, Indie, Folk und Singer-Songwriter.

Den Anfang macht mit dem „March of The Tortoise“ ein Instrumentalsong, der etwas von einem Western-Soundtrack hat, während das nachfolgende „Breakup Breakdowns“ auch mit Gesang aufwartet, die coole Lässigkeit des Openers beibehält und mich gedanklich auf eine lange Reise auf einem schnurgeraden Highway schickt. Ganz anders empfängt mich „None of This Is Mine“, denn hier steht beschwingter Indie irgendwo zwischen Brit-Pop und Pop-Punk auf dem Programm. Das Erstaunlichste an der Sache sind die völlig veränderten Vocals, die ihre Coolness verloren haben und eher das Prädikat „neugierig und gut gelaunt“ verdienen. In diesem Sinne schließt sich auch das aufgeräumte „That Day“ an, bevor das entrückte „I Want To Know“ durchs All zu schweben scheint und „Monkey Sivert“ rhythmusbetont übernimmt. Weiter geht’s mit dem federleichten „Beautiful Girl“, wohingegen das entschleunigte „Fixing Things“ zwar nachdenklicher wirkt, jedoch einen fröhlichen Unterton besitzt. Munteren Alternative bietet derweil „The Third Song“, worauf mit „Distant Stars“ ruhigere Momente verbunden sind. „Please Don’t Go Away“ könnte als Wiegenlied konzipiert sein, ob man mit dem elektronisch verbrämten, erneut instrumentalen „Marimba Waltz“ Kinder in den Schlaf bekommt, vermag ich nicht genau zu sagen, ich würde es auf jeden Fall eher nicht versuchen. „Marc The Riffer“ verzichtet ebenfalls auf Text und bemüht sich stattdessen in elektronischem Gefrickel. Bleibt noch der „Title Track“, der wie alle Bonus Tracks der CD ohne Vocals auskommt und eine gewisse Experimentierfreudigkeit mitbringt.

Weshalb GEBHARDT ausgerechnet diese vier Stücke nicht auf die LP gepresst hat, bleibt vielleicht das Geheimnis des Künstlers, der auf „Geb Heart“ vermutlich schlicht alles vereinigt hat, was er schon immer mal in Sachen Musik machen wollte. Darüber hinaus hat er sich auch bei der Gestaltung des Artworks und beim Video zu „Breakup Breakdown“ ausgelassen. Die Collagen des Digipaks sind nur ein klitzekleiner Ausschnitt seiner Arbeit, denn Håkon Gebhardt fertigt leidenschaftlich gern Collagen und visuelle Arbeiten aus Zeitschriften, Zeitungen und Werbeplakaten an. Für das Video wurden 3.500 Fotos als Collagen handbewegt animiert und in Szene gesetzt! Ein wahrer Tausendsassa, der seit über 30 Jahren mit verschiedenen Künstlern live und im Studio zusammenarbeitet – nicht zuletzt als Produzent in seinem eigenen Studio in Florenz.

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