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GENEROUS MARIA - Electricism

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Artist GENEROUS MARIA
Title Electricism
Homepage GENEROUS MARIA
Label BUZZVILLE RECORDS
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Zugegeben, ich habe in letzter Zeit nur sehr wenig aus dem Stoner Rock-Bereich gehört. Viele der größeren Acts halten sich im Moment bedeckt, und so kommt in dieser Trockenperiode für Psychedelic eine neue Veröffentlichung der Schweden GENEROUS MARIA doch ganz recht. Die seit 1998 aktiven Musiker, die nun nach diversen Labelwechseln bei Buzzville ihr neues Zuhause gefunden haben, präsentieren hier ihr neuestes Stück Wüstenrock.

45 Minuten erfreuen uns die Musiker rund um Goran Florstrom, den Sänger der Gruppe, mit ihren staubigen Melodien und Mitgrölrefrains. Ohne Anspruch, das Genre neu erfinden zu wollen, gehen GENEROUS MARIA recht locker an ihr Werk und rocken einfach gerade aus. Leider wird recht schnell deutlich, wo die musikalischen Einflüsse der Band herstammen – kennt jemand „zufällig“ KYUSS und deren Überwerk „Blues for the Red Sun“? Auch vorsichtige Ausflüge in DEEP PURPLE-Gefilde sind vorhanden. Jedoch möchte ich hier nicht behaupten, dass einfach nur kopiert wurde. Es ist leider so, dass es im Stoner Rock nur schwer möglich ist, etwas komplett Neues abzuliefern. Von diesem Aspekt aus kann man da schon ein Auge zudrücken. Schließlich liefern die Jungs ja auch einen Silberling mit viel Spielfreude und wirklich guten Kompositionen ab und nach anfänglicher Zaghaftigkeit zeigt das Material spätestens ab „Precious and grace“, das es rockt. Während die ersten Titl noch recht zurückhaltend, fast vorsichtig aus den Boxen kommen, geht es mit dem genannten Song erstmals richtig gut ab. Das darauf folgende „Slit-eyed lizard“ versucht sich sogar etwas an doomigeren Elementen und steigt mit einem schwerfällig wabernden Gitarrenbrett ein. Schwer und überzeugend mit einem tollen Finale, das einfach nur die Nackenmuskulatur beansprucht. Die nachfolgenden Tracks halten weiterhin ihr Niveau auf gutem Level und bringen teilweise auch recht ansprechende Lyrik mit – ich sage nur „She’s got plans for me“, welches auch noch durch eine bluesige Attitüde und tiefen Gesang besticht.

Definitiv eine gute Veröffentlichung, die sich nicht hinter den Großen verstecken braucht. Im Gegensatz zu eben jenen fehlt aber das Quäntchen Innovation oder musikalische Finesse, um sich aus dem Schatten der Großen wie KYUSS/ QUEENS OF THE STONEAGE oder aber MONSTER MAGNET heraus zu begeben. Vor allem, wenn ich an die Qualität der letzten SPIRITUAL BEGGARS-Scheiben denke, kann „Electricism“ nicht mehr ganz mithalten. Aber ich möchte diese Scheibe nicht herabspielen! Jeder Stoner Rock-Fan wird wohl seine Freude an diesem Stück Musik haben. Klanglich und inhaltlich weiß das Album zu überzeugen, und so kann man es ruhigen Gewissens in sein Regal stellen neben die Schmuckstücke von KYUSS und Co.

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