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GET CAPE. WEAR CAPE. FLY - Searching for the Hows and Whys

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Artist GET CAPE. WEAR CAPE. FLY
Title Searching for the Hows and Whys
Homepage GET CAPE. WEAR CAPE. FLY
Label ATLANTIC
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

“Let the journey begin!” ruft Sam Duckworth gleich im ersten, gleichnamigen Track und macht es dem Rezensenten dadurch einfach, einen Einstieg in seine neuerliche Wunderwelt zu finden. Der 21jährige Brite bereist auf seinem zweiten Album zwar keine neuen Länder, macht sich dafür aber auf, diesmal die kleinsten Winkel seiner Reiseroute auszutarieren. In klaren Worten verpackt bedeutet dies, dass die Basis von „Chronicles of a Bohemian Teenager“ aus dem Jahre 2006 beibehalten, aber um einiges lebendiger und aufwendiger in Szene gesetzt wurde.

So setzen in den ersten zehn Sekunden bereits wieder die leichten Drum and Bass-Beats ein, die dem Indie-Laptop von Anfang an ihre Einzigartigkeit verliehen. Die vermehrten Bläser-Einsätze scheinen diesmal ebenfalls um einiges prominenter und catchier eingesetzt. Auch die Streicher tirilieren bereits im ersten Track freudig und setzten melodische Akzente. Der nachfolgende Track „Waiting for the monster to drown“ kommt sogar noch einnehmender herüber und sollte auf den diversen alternativen Tanzfluren, die Indie-Mädchen und Emo-Jungs zu stimulierenden Balztänzen veranlassen.

Man merkt sofort, dass Herr Duckworth dieses Mal nach einem „full-Sounding-record“ strebte. Gratulieren darf man schon einmal, denn das ist ihm, unter Zuhilfenahme von Nitin Sawneh, wirklich gelungen. Wo beim Erstling vieles nur auf dem ersten Blick neu und aufregend war, besitzt diese Platte schon jetzt eine längere Halbwertzeit. Die Höhepunkte der „Chronicles“-LP waren allesamt die Singles und selbst diese hatten ihren Charme nach einigen Durchläufen verloren, da dem Songwriting noch das gewisse Etwas fehlte, um sich nicht zu schnell daran satt zu hören. Dieses Problem ist nun weitestgehend abgeschafft und das Album klingt auch nach einem Solchen. Hits gibt es, neben den eingangs erwähnten, natürlich auch dieses Mal noch reichlich: Das fluffige „Young and Lovestruck“, der an NICK DRAKE gemahnende Titel-Song, oder das hymnische „Window of your mind“. Textlich weniger überzeugend ist das politische „I could build you a tower“, was aber leider, oder Gott sei Dank, kaum mehr aus dem Ohr zu bekommen ist. „The Cildren are (the consumers of) the future“ haut in die gleiche Kerbe, kommt aber nicht so arg Klischeebeladen herüber. Zum Ende gibt es noch ein schönes Duett mit dem UK-Shooting-Star KATE NASH und, Fanfare, BILLY BRAGG darf in einem Interlude auch zwei kurze, verzerrte Sätze sagen… Und ja der letzte Track „Could´ve seen it all“ klingt wirklich ungelogen wie eine Mischung aus ROBBIE WILLIAMS („Feel“ anybody?) und MASSIVE ATTACK. Ebenso wird hier noch einmal deutlich, dass Sam Ducksworth seine Stimme fokussierter als bisher einsetzt und nicht mehr so arg Emo-mäßig wie auf dem Erstling agiert.

Alles in allem ein wirklicher Fortschritt, der bis auf kleine zu vernachlässigenden Unzulänglichkeiten über die gesamte Spielzeit zu begeistern weiß. Dieser Reisetruppe mag man sich doch gerne anschließen!

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